Jazz Moves Schnack
Der Podcast von JAZZ MOVES HAMBURG über Jazz und darüber hinaus - mit Gästen, die Jazz spielen, leben und lieben. Moderiert und produziert von Stephanie Lottermoser. Zweimal nominiert für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie "Journalistische Leistung".
Jazz Moves Schnack
JAZZ MOVES SCHNACK: GABRIEL COBURGER
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Er bewegt von Anfang an viel in und für die Hamburger Jazz-Szene und wäre in einer Parallelwelt vielleicht für immer in New York geblieben.
Warum es doch Hamburg geblieben oder wieder geworden ist erzählt der Saxophonist Gabriel Coburger in dieser Folge des JAZZ MOVES SCHNACK. Außerdem erfahren wir etwas über seinen Umgang mit Technik und Onlinebanking, sowie über seine Freude am Fußball und seine Haltung zu Mindestgagen.
JAZZ MOVES SCHNACK - der Podcast von Jazz Moves Hamburg über Jazz und darüber hinaus, moderiert und produziert von Stephanie Lottermoser.
Ich spiele für mein Alter zu schnell. Das ist. Auch Saxophon spiele ich für mein Alter zu schnell.
SPEAKER_02Ob ich jemals gehört habe, dass ein Musiker oder eine Musikerin sagt, ich spiele für mein Alter zu schnell.
SPEAKER_00Ihr hört den Jazz-Moves Schnack mit Stefanie Lottermoser.
SPEAKER_02Moin und herzlich willkommen zum Jazz Moves Schnack, dem Podcast von Jazz Moves Hamburg über Jazz und darüber hinaus. Mein Name ist Stefanie Lottermoser und ich darf hier in regelmäßigen Abständen mit Menschen aus dem Jazz, um den Jazz herum sprechen. Unser Fokus liegt dabei auf der Hamburger Szene. Wir gucken manchmal natürlich auch darüber hinaus. Aber heute bleiben wir in Hamburg mit jemandem, der schon sehr lange hätte hier sein sollen, weil er ein sehr wichtiger, langjähriger, großer Bestandteil der Hamburger Szene ist. Und außerdem spielt er Saxophon, was schon mal per se ein sehr großer Vorteil als Mensch einfach ist, wenn man Saxophon spielt. Deswegen begrüße ich heute hier bei mir Gabriel Coburger. Hi Gabriel.
SPEAKER_01Hallo Stefanie, danke für dich.
SPEAKER_02Ich weiß nicht, dass du da bist. Wir waren gerade schon mitten im Gespräch und haben gar nicht aufgenommen. Du hast schon so viel erzählt.
SPEAKER_01Erstmals hier die ganze Technik abgestürzt, was du begründet hast mit Das hat mit mir zu tun, auf jeden Fall.
SPEAKER_02Du bist nicht so digital.
SPEAKER_01Nee, ich und Computer, das, also Online-Banking mache ich seit zwei Wochen. Jetzt habe ich erzählt. Das ist für mich ein großer Schritt. Aber ich muss auch da sagen, ich habe es vor vier Jahren schon mal probiert, eine Summe von 11.000 Euro überweisen wollen an Musikergagen, weil ich ein Festival organisiert habe. Fat Jazz Festival. Und 7000 sind nur angekommen. Die letzten vier musste ich irgendwie baggern. Nee, und sie waren erstmal nicht da, was meine Theorie natürlich untermauert hat, dass das alles Gangster sind und nicht funktioniert.
SPEAKER_02Sie waren nicht da.
SPEAKER_01Und ja, ich hatte das Limit, das ist das erste Mal benutzt und ich hatte gleich 11.000 Euro Gagen überwiesen und du musst natürlich das Limit dann irgendwie angeben. Ich hätte sagen müssen, dass ich jetzt eine Summe von so und so X überweisen will. Das habe ich nicht gemacht. Also lachte letztendlich der Fehler bei mir. Aber trotzdem habe ich jetzt vier Jahre gebraucht, um das wieder einzurenken. Jetzt benutze ich es privat und auch für Überweisungen zu Musikern. Das funktioniert doch recht gut, muss ich sagen.
SPEAKER_02Und wirst du dir auch bald einen Account bei TikTok machen?
SPEAKER_01Ja, so ich weiß nicht, ich weiß wohl, was das ist, aber das sieht so blöd aus. Was ich da so sehe, es sieht so blöd aus. Instagram, wie eben besprochen, würde vielleicht Sinn machen, um meinen eigenen Sideman-Geigser so folgen zu können oder so mal, wenn man betrunken ist, abends was Lustiges reinschnacken oder so. Da bin ich, da hätte ich Lust drauf, aber ich bin nicht fähig dazu. Also Facebook, nehmen wir, hab ich, benutze ich aber nicht, aber E-Mails, Büroarbeit ist für mich als Freelance schon so, anderthalb Stunden am Tag. Jeder Rede, Sicht auf das Handy oder so, ist Zeit, die ich brauche zum Runterkommen, zum Üben, zum Quality Time mit Kindern haben, zum Kochen, mit Menschen.
SPEAKER_02Ist schon auch ein ganz schöner Zeitfrasser alles.
SPEAKER_01Man sagte mir das und das glaube ich sofort.
SPEAKER_02Und das kann dann auch total komisch draufbringen. Also ich verbringe tendenziell eher zu viel Zeiten in den sozialen Medien, weil ich da aber auch wirklich ja viel Promo mache und das halt auch als Arbeitswerkzeug nutze, aber man stürzt dann doch immer irgendwelche Bubbles ab und wenn der Algorithmus einmal rausgefunden hast, dass dich irgendwas interessiert, ist so verloren. Ich habe mir letztens auf TikTok, glaube ich, eineinhalb Stunden Videos darüber angeschaut, wie Leute sich selbst die Haare schneiden, was dann von professionellen Her-Experten kommentiert wurde. Das hat komplett keinen Sinn oder Nutzen für mich. Aber ich konnte nicht mehr aufhören. So was. Deswegen hast du natürlich völlig recht. Wir sprechen jetzt aber über wichtigere Dinge. Bevor wir das tun, stellen wir dich erstmal kurz vor. Das übernimmt Felix Tennenbaum. Bitteschön.
SPEAKER_00Gabriel Coburger wurde 1967 bei Hamburg geboren, wo er später auch Musik studierte. Während des Studiums ist er Leadaltsaxophonist im Bundesjazzorchester unter der Leitung von Peter Herboldzheimer. Nach seinem Abschluss im Sommer 1993 bekommt er ein DARD-Vollstipendium und geht für ein Jahr nach New York, um an der New School zu studieren. Vier Jahre später kehrt er nach New York zurück und lebt dort bis 2001 als freiberuflicher Musiker, produziert Alben und spielt Konzerte. Mit seinem eigenen Quartett, wie auch als Sideman, unter anderem mit der NDR-Bigband Joe Bosco oder aktuell mit Sophia Oster oder Lisa Wulf, ist er seit vielen Jahren auf nationalen und internationalen Konzertbühnen zu Gast. 2007 wird Gabriel Coburger von der Dr. E. A. Langner Stiftung als erster Musiker mit dem damals neu ausgerufenen Hamburger Jazzpreis ausgezeichnet. 2011 mit dem Ritterpreis der Oskar- und Vera Ritter Stiftung. Seit 2009 ist er Mitorganisator der Konzertreihe Fatjazz Urban Exchange, die es sich zum Ziel gesetzt hat, mehr JazzmusikerInnen aus anderen Städten nach Hamburg einzuladen.
SPEAKER_02Ist das alles richtig soweit?
SPEAKER_01Ja. Außer dieses 2009 habe ich die Fatjazzreihe allein gegründet, habe sie drei Jahre alleine gemacht und dann kam nach und nach die Familie dazu. Also die Fatjazz-Familie. Oliver Nerlich, ganz wichtig zu erwähnen, kam zwei Jahre später dazu. Und dann Hans-Martin Gutmann, der und dann macht Rainer Damisch jetzt den Sound und jetzt haben wir noch einen Fotografen, der auch. Wir nennen das so ein bisschen Family Hang, wie wünschen wir das Ehrenamt.
SPEAKER_02Das ist ein Ehrenamt, das ja schon sehr, sehr lange auch macht. Ich meine, 2009 hast du alleine angefangen, jetzt haben wir 2024. Das ist schon auch eine ganz schöne Leistung.
SPEAKER_01Auch 60% sind immer, wie alles in meinem Leben, muss 60% reiner Idealismus und Spaß sein. Wenn das kippt, bin ich ganz schnell raus auch. Aber ich sehe auch zu, dass das weder in der Musik, ich mache auch zum Geld verdienen, Miete verdienen, Kinder erziehen, braucht man manchmal Viehgeld. Da habe ich auch Sachen gemacht, die Kompromisse waren. Habe ich kein Problem mit, wenn die Freudensarbeit, Jazz, innovative, kreative Arbeit bei 60% nicht ungefähr so. Und das bei Fair Jazz auch. Ich meine, ich gehe da hin und höre tolle Bands, ich lerne interessante Menschen kennen und befriedige mein Ego auch, indem ich das selber spielte. Natürlich, wie das kommuniziere ich offen. Das ist, habe ich angefangen, weil Hamburg mir zu klein war, was die Bands auswahl und die es anging. Und ich habe dann Leute und Bands eingeladen, die mich interessiert haben, die sonst in Hamburg zu dem Zeitpunkt keinen Auftrittsort hatten. Weil das war so eine Phase. Gab es das Birdland, die auch ja für ein Jahr zugemacht haben ungefähr. Die Federation hat sich gebildet, die Fabrik war zu groß und ich mag unter anderem gerne so die raue Berliner Schule und Modern Jazz, Water, was auch immer das ist, aber kratzige Avantgarde-Töne und die waren damals, die Szene ist komplett nach Berlin gezogen, so zu der Zeit. Nach schon eher an Anfang der 2000er.
SPEAKER_02Hattest du überlegt, mitzuziehen? Oder warst du da auch schon familiär hier gebunden?
SPEAKER_01Naja, ich kam aus New York wieder 2001 und da war ganz klar in Berlin wäre die Wahl Nummer eins gewesen für mich, aber da wir schon ein Kind hatten. Und ich hier in Hamburg verwurzelt bin, meine Frau auch. Weil wir hatten eine Riesenfamilie, wirklich Großfamilie, Bosnisch, also bosnisch, Deutsch, Großfamilie, also im besten Sinne. Mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt, weiß jeder, der mal mit Südosteuropa verwandelt war.
SPEAKER_02Das hat auch viele Vorteile.
SPEAKER_01Es hat wahnsinnig viele Vorteile. Und die habe ich auch immer gesehen und darum sind wir nach, das war der Grund, warum wir nach Hamburg gekommen sind.
SPEAKER_02Verstehe. Aber zumindest ist Berlin nicht ganz aus der Welt. Also von Hamburg aus ist man ja theoretisch relativ schnell da, wobei man fährt ja dann auch nicht einfach so mal rüber. Ich würde gerne noch mal ein paar Jahre weiter zurückgehen, weil du ja auch seit einer Zeit, also seit den 80ern in Hamburg in der Szene schon unterwegs bist. Und da gab es ja wahrscheinlich nochmal weniger oder eine andere Struktur als jetzt nach deinem Studium. Das Oncle Peu gab es da wahrscheinlich gerade nicht mehr oder gab es das noch?
SPEAKER_01Es gab das gute Oncle Pö nicht mehr, leider. Das habe ich genau verpasst. Aber der Versuch, der letzte Versuch des Onkel Pös war im Steindamm. Ja, genau. 86. Da war ich noch als Zuschauer.
SPEAKER_02Wie alt warst du da?
SPEAKER_0186 war ich 19.
SPEAKER_0219, okay.
SPEAKER_01Hab nicht dort gespielt und hab die gute, also da in Eppendorf an der Ecke das nicht mehr mitbekommen, diese tollen Zeiten, die da in den Stellen sind.
SPEAKER_02Aber das Börtland war damals da?
SPEAKER_01Ach, 86 aufgemacht, da war ich, da habe ich meine ersten Konzerte gespielt.
SPEAKER_02Okay, also das kannst du quasi von Anfang an mit allem. Aber sonst, also ich meine, du hast ja dann auch angefangen, Jazz zu studieren an der Musikhochschule.
SPEAKER_03Ja.
SPEAKER_02Und was für Spielmöglichkeiten hattet ihr denn da damals? Oder hattest du dir da auch schon gedacht, okay, wir müssen ein bisschen was selber in die Hand nehmen, weil hier nicht so viel passiert?
SPEAKER_01Nee, da gar nicht, weil ich erstens meine ersten Versuche erst gemacht habe als Spieler und wir den Dennis Swing Club hatten in der Papenhuder Straße. Das war ein schwarzer Musiker aus Trinidad, der in New York seinen ersten Club hatte und 69 nach Hamburg gekommen ist. In Winterhude, einen ganz tollen Club aufgemacht hat, wo jeden Abend offen war und sechs Sets geboten hat, von neun bis drei Uhr nachts.
SPEAKER_02Jeden Abend?
SPEAKER_01Jeden Abend.
SPEAKER_02Und hat eine Band sechs Sets gespielt oder hat man sich da abgewechselt?
SPEAKER_01Also mein Vater hat da noch Schlagzeug gespielt in den 70ern. Also da gab es eine Hausband mit Harold Smith, dem Vater von Robbie Smith, den du bestimmt kennst. Der war genauso begabt wie sein Sohn oder umgekehrt gesagt, nur dass er so ein paar Tempi hatte, die er auf Weltniveau gespielt hat im Swing-Bereich, so wie es Robbie heute auf Funk-Basis hat, Weltniveau spielt, ohne je studiert zu haben oder so. Also ein Stück Magie, die mir da zuteil, die ich also miterleben durfte. Mit Waldstücke, die ich in der Hochschule im Ensemble gespielt habe, am Nachmittag haben sich ganz anders, unerklärbar magisch anders angehört am Abend, wenn ich sie mit Harold Smith spielen durfte. An dem schwarzen Musiker aus beide aus Trinidad und eigentlich Bremer. Und die sind, der ist gependelt mit der Bahn. Der ist dann nachts um drei, da gab es noch die Verbindung oder fuhr der vielleicht um vier Uhr morgens, ist er nach Bremen zurück, am nächsten Abend wieder nach Hamburg hat gespielt. Also das war schon eine Ansage. Aber das war dieser Club war das für mich Gold. Ich konnte hingehen, wann ich wollte, ich konnte immer spielen. Und Dennis hat mich und die Klique, die damals, diese kleine Jazz-Klique, die es damals in Hamburg gab, immer, wenn Eddie Harris zum Beispiel da war, wenn Lou Donaldson da war, wenn Oscar Peterson da war, oder Herbie Hancock war eine ganze Nacht da, weil die kannte ja aus New York alle. Und die sind nach ihren Auftritten in der Leishalle oder in der Fabrik, sind alle dort hingekommen. Wollten noch spielen, wollten noch hängen. Und das war auch natürlich eine.
SPEAKER_02Ja, das ist ja Goldwerk. Das ist Gänsehaut. Absolut.
SPEAKER_01Und das ist meine, das klingt, früher war alles besser und so weiter. Es war, Peuge hatte zugemacht, Hamburg war bekannt als Old-Time City or Jazz House, 60er Jahre auch als Free Jazz City, aber definitiv nicht so wie München. Mit Roman Schwaller und so bekannt als Straight-Ahead, Hardbob-Bebop-Stadt. Das war Hamburg überhaupt nicht. Und das war mit 1988 mit dem Jazzstudiengang von Hans-Klavier, von Dieter, glaube ich, sorry, aufs Gleis gesetzt, der nun auch nicht den Straight-Ahead-Jazz hier etabliert hat, sondern eher eine freie Variante.
SPEAKER_02Ja.
SPEAKER_01Europäische Variante des Jazz war das so eine Nische, die ich kennenlernen durfte und um die bin ich heilfroh, dass das da war.
SPEAKER_02Hast du denn mit Kollegen oder auch Kolleginnen studiert, die heute auch noch in der Szene so hier in Hamburg unterwegs sind? Wer war denn so in deinem Jahrgang?
SPEAKER_01Auf jeden Fall.
SPEAKER_02Dirk Donau zum Beispiel, der aktueller Preisträger des Hamburger Jazzpreises, der auch schon bei uns zu Gast war?
SPEAKER_01Buggy Braune. Also ein Jahr vor mir, glaube ich. Also Flatko, glaube ich, erster Jahrgang, ich war dritter Jahrgang, Buggy war zweiter Jahrgang. Also die Urgesteine, die noch maßgeblich hier ihre Fingerabdrücke immer hinterlassen, jeden Donnerstag wieder im Birdland wie Buggy.
SPEAKER_02Und ja auch an der Hochschule unterrichten.
SPEAKER_01Genau, genau. Also und sonst, Thomas Krakowczyk ist auch noch in der Stadt, aber wir haben uns ein bisschen aus den, also es ist jetzt aus den Augen verloren. Aber es sind noch viele aus der Generation in der Stadt.
SPEAKER_02Wart ihr nur Jungs damals, die studiert haben? Er nickt, aber er traut sich nicht an.
SPEAKER_01Nein, ich musste mich überlegen, ob wir nicht wenigstens eine Sängerin dabei hätten, aber Gesang gab es noch gar nicht. Ja, die Zahlen kennen wir ja alle. Es ist der Anteil heutzutage, wo es nun wirklich enorm zugenommen hat, sind wir bei 25% Sängerin abgezogen, sind wir bei 10 bis 17%.
SPEAKER_02Es ist ein Elend.
SPEAKER_01Nein, aber es wird ja besser. Ich sehe immer das Gute.
SPEAKER_02Aber hätte uns das noch interessiert.
SPEAKER_01Es gab natürlich auch damals eine recht abgekoppelte freie Szene über den Verein Tonart, wo Dirk Donau und Flatko immer schon sehr aktiv damals auch waren, als so Brückenschaffer, die Funk and Soul gespielt haben, die Stray-Adjazz gespielt haben, aber auch frei improvisierte Musik gespielt haben. Und in der Szene gab es Georgia Hoppe und Mauretta Heinzelmann, heute am NDR. Genau, dass es in dieser freien Szene, kreativen Szene mit Theater einhergehend gab es immer auch Frauen. Diese Straight-a-Head-Szene ist traditionell einfach sehr männlich dominiert. Das ist so. Und es wird aber durchbrochen und es werden immer mehr. Ja, ach das auf jeden Fall. Tolle Musikerin. Ich war gerade mit Lisa Wulff auf Tournee als Paradebeispiel.
SPEAKER_02Genau, Lisa war auch schon hier, auch Hamburger Jazzpreisträgerin von vor drei Jahren, wenn ich mich richtig erinnere. Und war auch schon hier im Podcast. Eine tolle Musikerin und Komponistin und singt auch selber und wirklich.
SPEAKER_01Also das Paul Beskers Diplom-Prüfung letzte Woche mit Tabea am Bass aus studiert im Moment in Basel. Ich weiß nicht mal den Nachnamen, aber er war tief beeindruckt und unterstützt einfach diese Tee. Es wird mehr werden. Wir brauchen noch ein paar Jahre. Du kannst es nicht über das Knie brechen.
SPEAKER_02Und dann hast du ja at deines Studiums dieses DAD-Vollstipendium bekommen, um nach New York zu gehen. Wurde dir das irgendwie? Wurde dir das angeboten? Hast du dich dafür beworben? New York ist ja seit immer der heilige Gral im Jazz. Für die meisten Jazzmusiker, Musikerinnen zumindest. Wie kam das, dass du dorthin bist?
SPEAKER_01Das wie das Leben so spielt. Boyazzo war ich ja in genau in der Zeit, Ende des Studiums und habe da Til Behler kennengelernt. Der hat schon in New York studiert. Den habe ich 1992 im Januar dort besucht und war total geflasht. Also wie wirklich so damals gab es kein YouTube, es gab nicht diese Möglichkeit, sich zu informieren. Ich kam in diese Stadt und war ungebildet, was auch die Möglichkeiten in dieser Stadt anging. Ich stand im 29. Stock auf dem Balkon von ihm, wo er gewohnt hat und dachte, das kann ich fuck. Also so auch wieder Magie. Solche Momente braucht man im Leben. Dennis Winkler war für mich Magie. Dieser erste Besuch in New York war für mich magisch. Bin ich drei Monate geblieben und der Vorsatz war ganz klar, ich muss hier leben. Und wenn ich, ich kann relativ neben meiner Dösbaddeligkeit, was digitale Geschichten angeht, kann ich sehr fokussiert sein, wenn ich Dinge mag und wenn ich sie mir was bedeuten.
SPEAKER_02Sonst würdest du ja auch nicht so hervorragend Saxophon spielen, wie du es tust.
SPEAKER_01Auch das geht mit einer gewissen Penetranz einher, klar. Und so weiter, ja. Und dann kam ich wieder, habe mich beworben beim DAD, habe vorgespielt und es hat geklappt, weil ich es wollte, weil ich es sollte. Und so war es in meinem Leben immer eigentlich. Dann war ich da drei Monate, also, und dann habe ich da studiert, eigentlich für einen Master, aber nach einem Jahr war mir die Beziehung zu meiner Frau wichtiger, bin ich wiedergekommen.
SPEAKER_02Ah, du warst schon verheiratet zu der Zeit, oder?
SPEAKER_01Nein, in einer festen Beziehung.
SPEAKER_02Okay.
SPEAKER_01Und das war, das hätte noch ein Jahr nicht ausgehalten. Dann habe ich denen praktisch die Abschlüsse und auch da bin ich so ein bisschen luschig, habe mir nie so viel bedeutet. Abitur habe ich auch nicht gemacht, habe ich in einer 12. geschmissen, weil ich nur noch üben wollte. Dann habe ich da den Master abgebrochen, weil ich, Beziehung war mir dann halt wichtiger. Und ich hatte auch die Nase ein bisschen voll, nach einem Jahr Vollkonsum in einem Ausmaß, der auch meinem Naturell entspricht, nämlich juchzend, aufbrausend, alles in mich aufsaugend. Und dann ist die Stadt auch gefährlich. Ich bin krank geworden, also ich hatte zweimal eine Grippe, also in einem Jahr zweimal Grippe, weil ich fertig war. Und ich hatte auch depressive Anwandlungen, weil das auf das Hoch folgt in der Stadt auch immer ein brutales Tief. Wer bist du eigentlich? Was kannst du eigentlich? Plus körperliche Erschöpfung, wenn du jeden Tag Schule hast und abends noch bis drei oder sechs Uhr morgens aushängst. Das konnte ich damals, aber hab mich trotzdem hat es mich auch fertig gemacht. Das muss man auch auch nicht. Darum bin ich zurück nach einem Jahr. Dann habe ich aber hier bis 1997 gelebt, bis meine Frau dann entschlossen hat, dort wie in New York auch zu studieren, aber nicht Musik, sondern chinesische Medizin hat sie dort studiert und dann habe ich das zum Anlass genommen mit ihr zusammen. Nochmal für vier Jahre dort.
SPEAKER_03Oh wow, okay.
SPEAKER_01Als Freelance. Aber der Impuls kam von ihr und ich bin ihr gerne gefolgt und habe das nur nochmal erleben dürfen, mit allen Schattenseiten, aber auch wiederum allen Höhen, sich da durchzukämpfen als freier Jazzmusiker.
SPEAKER_02Wo habt ihr da gelebt damals in den vier Jahren?
SPEAKER_01Ich war immer am East Village.
unknownOkay.
SPEAKER_01Das war damals noch bezahlbar. Und leider, und dann haben wir eine Tochter bekommen, 99. Und die haben wir dann aber die ersten acht Monate hier, also wir haben sie hier bekommen. Auch der amerikanische Pass hat mir nie so viel bedeutet, als dass wir das Risiko eingegangen wären für einen Kaiserschnitt 10.000 Euro bei unserer Versicherungsrate. Also bei einer gut gehenden Geburt hätte es uns 2000 gekostet, bei einem nur ein bisschen Nebenwirkung oder Kaiserschnitt oder so, wäre die, wäre es sofort das amerikanische Modell. 10.000, 15.000. War es uns das nicht wert? Also sind wir zurückgekommen zur Geburt, sind aber nach acht Monaten wieder hin, um das Studium meiner Frau fortzuführen. Und dann war ich Vater. Also sie hat dann sechs Jahre, sechs Stunden, acht Stunden am Tag studiert. So lange war ich mit meiner Tochter und bin dann abends nochmal auf. Das war auch anstrengend. Ja, das glaube ich. Sehr anstrengend, aber sehr schön, weil mehr Balance in meinem Leben war durch die Familie. Diese Hochs und Tiefs waren abgedämpft. Und das war eine schöne Zeit bis September 11 kam, wo ich morgens mit meiner Tochter auf dem Spielplatz war und das alles mit angucken musste.
SPEAKER_03Du hast das gesehen.
SPEAKER_01Aber vom East Tompkins Ware Park, das erste nicht, das zweite, ja. Als die zweiten runtergekracht sind, bin ich auf die Fifth Avenue gegangen und hab's gesehen. Und das war das traumatische Ende für Für mich und meine Frau auch, weil ich sie dann so gedrängt habe, diese Stadt schnell zu verlassen, also ihr Studium in einem Schnellverfahren zum Ende zu bringen.
SPEAKER_03Okay.
SPEAKER_01Weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Mit kleiner Tochter, die, wo die, wo das Ding hat ja vier, fünf Monate gebrannt. Es hat gestunken, es war ja nah dran an East Village. Es war für mich, der ich morgens die erzieherische Einheit hatte. Habe ich immer morgens Nase raus, Finger in Wind, wo kommt der Wind her? Und danach bin ich entweder im Central Park oder nach Brooklyn oder nach New Jersey gefahren, um dem Smoke, also den brennenden Überresten dieser Tower zu entkommen.
SPEAKER_02Ach, Wahnsinn. Aber glaubst du, ich meine, spielt jetzt natürlich keine Rolle, aber wenn 9-11 nicht passiert wäre, meinst du, ihr wärt da geblieben?
SPEAKER_01Meine Frau ja. Und wenn sie dann was 20.000 im Monat verdient hätte, dann ich auch. Aber die Vorstellung, das Leben, was ich da hatte, ich habe jeden Abend gespielt für 50 im Schnitt 50 Dollar.
SPEAKER_02Ja, ja, man darf das oft nicht vergessen, weil auch viele Musiker und Musikerinnen, die wir sehr bewundern, die in New York leben, verdienen ihr meistes Geld, wenn sie in Europa auf Tour sind und wollen ja auch alle hier spielen, weil hier einfach andere Gagen bezahlt werden. Und noch dazu sind ja die Lebenshaltungskosten, die man in New York, wenn man dann auch noch quasi in Manhattan lebt. Also auch in der Covid-Zeit konnte man ja beobachten, dass so viele von den Jazzmusikern und Musikerinnen, die da noch sind, rausgezogen sind. Weil das einfach nicht mehr geht. Und ich, also auch Leute, die ich so kenne oder auch schon, die im Podcast waren, die sagen alle genau das Gleiche, was du sagst. Man muss jeden Tag spielen und man nimmt auch jeden Gig an, der kommt. Ich war letztes Jahr in dieser Jury bei der Elbphilharmonie Academy, die ja von Anath Cohn geleitet wurde und Donnie McCaslan war auch da und eben lauter unfassbar krasse Leute sind so die Stars im Jazz und die Amerikaner und wo man aufs Konzert geht, wenn die herkommen. Und die haben das auch alle gesagt. Und Anat Cohn sagt auch, ja, sie in New York, du spielst halt, was dir angeboten wird. Und trotzdem spielt sie auch in der Carnegie Hall. Aber es ist halt die Realität, weil in der Carnegie Hall spielst du ja auch nicht einmal im Monat.
SPEAKER_01Ich war nicht in der Gewerkschaft. Also ich konnte keine Theatersachen spielen, was Rich Perry, mein Lehrer oder die ganze Maria Schneider-Saxophonrie, die machen solch diese Wedding-Gigs, die gut bezahlen. Und die Theater, also die Broadway-Geschichten zahlen besser als bei uns, weil die Amerikaner gewerkschaftlich besser organisiert sind als wir Deutschen auf jeden Fall. Aber da konnte ich nicht teilnehmen, weil das Visum hatte ich nicht. Und insofern ist hier, ich habe viel die Kontakte hierher behalten in der Zeit, bin im Schnitt alle drei Monate nach Europa geflogen, habe hier Tourneen gespielt.
SPEAKER_03Ah, okay.
SPEAKER_01Hab hier auch in der Big Band noch spielen können, weil ich das immer angemeldet habe, hey, in der Zeit bin ich da, wenn ihr Arbeit habt. Also ich habe so die Kontakte zu Hamburg eigentlich wirklich behalten und habe das immer sehr genossen, nach Manhattan zu kommen und auch Manhattan wieder zu verlassen. Also so ambivalent war mein Verhältnis zu Amerika bis heute, sowieso mehr denn je, aber auch zu dieser anstrengenden Stadt, die so beflügelnd ist, aber die auch so anstrengend ist.
SPEAKER_02Ich war nur, also ich war dreimal da, aber halt so zwei, drei Wochen eben. Ich durfte auch mal an der Manhattan School, da kannte ich Leute, die da studieren. Man kennt ja auch immer irgendwen aus Deutschland, der gerade da ist oder da studiert oder gerade versucht, da zu leben. Ich glaube, der einzige Tenorsaxophonist, den ich schon länger kenne, der das wirklich, für den das so funktioniert, ist der Tobias Meinhard, aus Bayern, Tenorsaxophonist, der dort dann auch noch zum Studieren hingegangen ist und auch seine heutige Frau dort kennengelernt hat. Der kommt auch immer mal wieder nach Europa für Konzerte, ich glaube auch demnächst. Und der ist da geblieben. Also wie jetzt seine Realität ist, weiß ich nicht. Müsste ich ihn vielleicht auch mal im Podcast einladen und fragen. Aber eben, ich war nur immer nur für eine kurze Zeit da und fand es unfassbar faszinierend, bin in jeden Jazzclub gegangen, wann immer es ging, haben mir alles angehört, alles mitgenommen. Und natürlich denkt man sich dann kurz, wow, wie wäre das hier zu leben? Das muss ja total krass sein. Aber also an den Schritt hatte ich persönlich jetzt nie gedacht. Bei mir war ein bisschen, seit ich mal ein halbes Jahr in Paris so ein Atelier-Stipendium hatte, ist immer Paris so mein Sehnsuchtsort. Aber das ist ja von Deutschland aus viel einfacher zu erreichen. Da kann ich auch mal für zwei Tage hin und da sein, wenn ich das möchte. Aber klar. Vergleich mal mit den Broadway-Shows ist ja in Hamburg sehr groß das Musical-Thema und du spielst ja auch alle Dublings, die man da so gebrauchen kann. Hast du auch mal Musical in Hamburg gespielt oder machst du das jetzt gerade?
SPEAKER_01Nee, das mache ich auch nie wieder. Weil die Bezahlung zum Himmel stinkt. Sag ich ganz deutlich. Es sei denn, nein, es sei, ich bin zu alt, als dass ich in die Situation nochmal kommen müsste, dass ich das spielen muss. Außerdem muss ich auch zugeben, dass das Niveau unfassbar hoch geworden ist. Aber diese Kombination, dass du so gut qualifiziert sein musst, um diese Musical spielen zu können und dann mit lausigen 150 bis 160 Euro da rausgehst, steht in keinem Verhältnis. Und ich sage es hier ganz eindeutig, aber ich habe es, also ich kann nur davon abraten, aber ich musste das früher auch machen. Ich habe von niemandem irgendwann mal Geld bekommen. Also habe ich mein Studium in Hamburg mit Cats verdient zum Beispiel. Ich war es Sub bei Cats, als es 88 nach Hamburg kam. Und da habe ich, das war ein, der Anspruch war noch nicht so hoch damals. Da konnte man noch relativ mit viel Spaß durch diese sehr anspruchsvolle Show für erstes Reed, Flöte, Piccolo-Flöte, Sopransax und Tenorsax, habe ich viel für die Flöte gelernt. Ich habe im Zusammenspiel, im Orchestralen, im symphonischen Bereich, sag ich mal, hört sich groß an, aber das ist schon auch anspruchsvoll, habe ich viel gelernt. Und es war ein lockeres, ein lockeres Ding. Für mich war natürlich 100, was es da gab, gab es ja auch schon. 180 D-Mark. Das muss man mal sehen. Das waren ja noch D-Mark, zwei Shows am Wochenende, da waren 360 D-Mark, vier Shows am Wochenende, da waren 700 Tacken.
SPEAKER_02Klar, so im Studium ist das einfach eine andere Relation.
SPEAKER_01Das ist, und das habe ich, hat mich nicht, das gehörte zu meinen 40 Prozent Brotverdienst bei der, bei der, und bei der Arbeit habe ich noch was gelernt und habe nette Menschen kennengelernt. Viele Amis damals, weil es hier noch nicht so viele Leute gab, die das Dublin-mäßig anbieten konnten. Aber heutzutage ist das ein Riesengeschäft. Wir sind drittgrößte Mysikelstadt der Welt, ohne Gewerkschaft, ohne es ist ehrlich gesagt erniedrigend.
SPEAKER_02Weißt du, ob das mal jemand probiert hat, das gewerkschaftlich zu organisieren?
SPEAKER_01Ja, also Christoph Schweitzer hat, da das Verdi ja angebunden ist, glaube ich. Versuche unternommen und kleine Erfolge errungen, aber ich glaube, es ist nicht weiter das fortgeschritten, dass wir wirklich davon sprechen könnten, dass wir eine Stimme haben als Musiker, um diesem Kommerzbetrieb ernsthaft gegenübertreten zu können.
SPEAKER_02Ja, ich erzähle das manchmal Leuten, die sagen, oh, ich komme nach Hamburg und bin das Wochenende hier und gehe ins Musical. Und das ist ja teuer, wenn man jetzt, keine Ahnung, wenn man jetzt aus Düsseldorf sagt, ich komme jetzt für ein Wochenende nach Hamburg, buchst du die Reise, buchst du dir ein Hotel, gehst ins Musical, die Karten sind ja auch nicht ganz billig. Und die mich dann auch immer fragen, warum ich dann eigentlich nie in so einem Musical spiele und ich dann dann auch sage, was da so die Gage ist und das glauben die nicht. So wie wirklich schlecht das bezahlt ist für die sehr hohe Qualifikation, die man braucht, um da mitzuspielen. Das Thema Gagen oder auch Mindestgagen ist ja auch im Jazzbetrieb bei Konzerten durchaus ein Thema. Also nicht, dass es eine Mindestgage gäbe, die festgesetzt wird. Es gibt mittlerweile eine Empfehlung von der Initiative Musik. Ich glaube, sie legt für ein Clubkonzert bei, um die 300 Euro, 350 Euro bei einem Festival bei 600. Ich müsste jetzt nachschauen, wenn ich, also ich nagel mich nicht drauf fest. Es ist was in der Größenordnung und die wollen natürlich hauptsächlich die Clubs, die Förderungen bekommen, da einbinden, weil denen, glaube ich, schon auch klar ist, dass jetzt ein kleiner Club, wo weiß ich nicht, überhaupt nur 50 Leute reinpassen und dann aber vielleicht auch nur 30 mal kommen. Und das kostet ja dann auch nicht 80 Euro Eintritt pro Person, kann sich jeder ausrechnen, dass das ein bisschen unrealistisch ist zum Teil und es ist auch wirklich weit weg von der Realität, die in der Szene so gang und gäbe ist. Selbst eine Festgage von 300, 350 Euro in jedem Club an jedem Abend, für jede Band, ist weit weg von der Realität.
SPEAKER_01Sehr weit weg. Sehr weit weg. Also die Gewerkschaft für Jazz, die es ja gibt auf Bundesebene, hat bis vor kurzem noch 250 vorgeschlagen, wenn wir da hinkamen in irgendeiner Durchtöpfe von dort und dort Bundestöpfe, Kommunaltöpfe, da wie es heißt. Das wäre schon ein Wunder. Wunderschön. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Auch da sehe ich das Gute. Wir sind gegenüber, ich mache ja selber eine Reihe.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_01Und die Kulturbehörde, die hier nebenan sitzt, großes Dank mal an die, die hat das Bördländer 86, wie vorhin besprochen, aufgemacht. Die haben in den 30 darauffolgenden Jahren Förderung bekommen in einem Ausmaß, wie ich sie jetzt im Jahr bekomme. Also, das, auch das muss man sagen. Früher gab es für Jazzclubs keine Förderung und in Norddeutschland, ich glaube, in Baden-Württemberg und Bayern war das auch immer schon anders. Und das hat sich verändert. Aber wenn man sich ein Gesamtetat für Kultur in Hamburg anguckt, ist die Relation von Oper, Schauspielhaus und Jazzrock-Pop eine totale Lachnummer. Und das wird auch mehr und mehr wahrgenommen. Aber das geht sehr langsam, wenn man bedenkt, dass auch wir als NDR Big Band Lilium in der Staatsoper gespielt haben. Also auch Jazzmusiker dort eine Rolle spielen. Das musical, Touristic Faktor, drittgrößte Stadt der Welt, ein Riesenfaktor, das wird bespielt von an der Akademie ausgebildeten Jazzmusikern. Also wenn man das alles bedenkt, wie hoch dieser, wie groß dieser Faktor Jazz, Rock, Pop ist, ist die Verteilung der Gelder immer noch ein Witz.
SPEAKER_02Und hast du das Gefühl, also du sagst ja schon, das ändert sich so langsam, weil vielleicht auch die Musiker und Musikerinnen lauter werden oder das stärker einfordern? Ich meine, die Kosten steigen natürlich auch für uns alle, da wird dann dann auch manchmal bewusst, wie eben dann die Gelder verzahlt sind. Also es gibt natürlich immer Berufe, die besser oder schlechter bezahlt sind, aber hast du das Gefühl, dass die Menschen aus der Szene entweder das Gefühl haben, sie können da gar nichts erreichen oder überfordert sind, oder dass sie das zu wenig einfordern? Ich meine, die Frage ist auch, zu wem geht man denn, um sich zu beschweren, ne?
SPEAKER_01Also ich sehe nur jetzt in Hamburg, dass das hat Tillmann bei der letzten Sendung so schön gesagt. Jeder kann sich einbringen, indem man seine Konzertreihen seriös bewirbt, indem man Initiativen gründet, and then als Kollektiv Dinge formuliert und Anträge einbringt an die Behörde oder an die Kulturstiftung, auch um die zu erwähnen: Hamburger Kulturstiftung, die sehr gut arbeitet. Und so wird die Aufmerksamkeit auf die Szene von der Behördenseite, da wo das Geld kommt. Man muss einen Sprachrohr entwickeln und nicht nur meckern, was alles nicht geht. Auf der anderen Seite muss man als Jazzmusiker die idealistische Kleinarbeit, die nicht erstmal Unterstützung oder Geld zu tun hat. Muss man auch voranbringen. Und Jazz war immer so ein Nischending, and steht jetzt besser da denn je. Total Ausbau, wie ich noch, wie alles. Aber darum mache ich diese Reihe und darum habe ich meine Bands und frage erstmal nicht nach Geld, weil das dieser Musik und dieser Kunstform irgendwie immer schon innewohnte. Aber das ist kein Grund, nicht für die Verbesserung einzutreten. Und Hamburg ist auf einem guten Weg. Und wenn wir jetzt schon bei 350 sind pro, das halte ich für, ich war gerade auf Tournee mit einer sehr angesagten Frau, wir sind blöd weit entfernt von einer solchen Summe. Und das ist auch, das müssen wir noch hinnehmen, aber man muss es auch formulieren, es ist nicht hinnehmbar. Wenn solche Leute auch so in der Presse gelobt werden und Preise gewinnen und dann, wenn du alle Kosten mit einrechnest, die so eine Tour ja bedeuten, Bahnfahrt, Taxifahrt, Zeitaufwand und Kraftaufwand und dann bei 250 zu landen, ist auch schon viel zu wenig, weil die Kostensteigerung, die in den letzten Jahren stattgefunden hat, die ja auch gar nicht erklärbar ist, die nur auf einer guten Marketingarbeit der Supermärkte und Tankstellen agiert. Die Jungs sind so gestickt, die Inflation ist schon wieder auf 2,5 Prozent runter. Und die Preise bleiben oben. Und wenn wir dafür nicht, wenn wir das nicht formulieren und dafür nicht einsteigen werden, kommen wir nicht hinterher. Können wir die Preise, unsere Mieten in Wilhelmsburg nicht mehr zahlen. Oder wo auch immer wir dann noch hinziehen als Künstler. In Hamburg-West können wir auf jeden Fall nicht wohnen. Dieselbe Entwicklung habe ich in Manhattan auch mal an einem Niveau kennengelernt. In Manhattan, West, East Village kannst du nicht mehr ziehen, wohnen. Und Brooklyn kannst du auch nicht mehr wohnen, darum ziehen sie jetzt noch weiter weg. Und das, und dem, die Entwicklung ist kulturell natürlich schadhaft und darum muss man dieser Entwicklung entgegenwirken.
SPEAKER_02Absolut. Gehen wir mal über zum Thema Musik.
SPEAKER_01Direkt.
SPEAKER_02Nein, also ich interessiere mich auch immer für den kulturpolitischen Aspekt, weil ich es auch wichtig finde, dass man, wenn man die Kapazitäten dafür hat, sich in einem Gebiet, das einem danach steht, auch einzubringen. Und das machst du ja über deine Reihe natürlich auch. Du hast mir vorher, als du hergekommen bist, gesagt, dass du eigentlich jedes Jahr ein Album produzierst oder bei einem Album mitspielst und dabei bist, das ist ja auch eine große, große Anzahl. Und es gibt, wenn man, je nachdem, gibt es alle deine Alben auch auf Schallplatte und CD?
unknownNein.
SPEAKER_01Ich bin ja CD86, weiß ich noch genau, das erste Mal im Birgland spielen, sagte mir, Oliver, der Trompeter, Nachname ist mir entfallen. Du Schallplatten gibt es bald nicht mehr. Und da habe ich gesagt, du spinnst du.
SPEAKER_02Guck mal, das hast du noch erlebt, als es die Schallplatte nicht mehr gab. Aber du hast auch erlebt, dass sie wiederkam.
SPEAKER_01Ja. Aber also ich habe jetzt mit Lisa Wulff hat auf Vinyl rausgebracht, mit dem Ladonien-Quartett.
SPEAKER_02Das ist so ein schönes Album. Ich habe das auf Apple Music mir angehört und ich weiß, Herr Stefan Gerdes hat mir davon erzählt, weil der euch gehört hat live.
SPEAKER_03Ja.
SPEAKER_02Die haben es auch mit, haben die es mitgeschnitten beim NDR. Ja. Das ist so ein schönes Album. Kannst du mal kurz erzählen, was da so die Story dazu ist oder welches Programm ihr da gespielt habt?
SPEAKER_01Ja, da komme ich natürlich zu meiner zweiten Leidenschaft. Fußball. Ein Fußballkumpel sprach mich an, er findet diese Platte Svenska Jazz von Jan Johansson, 64, glaube ich, aufgenommen. So toll. Du, also Kultplatte in Schweden. Ob ich mir vorstellen könnte, das mit einem Quartett in ein moderneres Jazzgewand zu gießen. Habe ich gesagt, klar. Und mir wusste auch sofort, wer das musikalische Leitung, Arrangement, Tino Derado aus Berlin, Schlagzeuger Roland Schneider und am Bass ECM, Weltmeisterin Lisa Wulf. Also sollte, na klar, schwedisch Jazz heißt viel Hall, heißt melancholische Melodien. Und diese Platte sollten wir ja umsetzen, eins zu eins, nur als Quartett und in moderneren Arrangements gießen. Und das hat der Tino ganz toll gemacht. Und das haben wir noch in Pandemiezeiten bei Wolf Kerschek im Studio aufgenommen.
SPEAKER_02Ist die letztes Jahr erschienen, die Platte? 23 oder schon 22? Eins von beiden war es?
SPEAKER_01Ich glaube 23, ja.
SPEAKER_02Die ist auf jeden Fall wirklich wahnsinnig schön. Spielt ihr das Programm noch öfter oder?
SPEAKER_01Das ist so ein, da es ein wirklich ein Produzent in dem Falle mal war, der gesagt hat, das ist meine Vision, mach das, einen Haufen Geld auf den Tisch gelegt hat, das kommt dann auch mal vor. Dann sage ich auch, ich weiß, der Kerl hat viel Geld, da sage ich, was das alles kostet. HVV zum Studio, Taxi zurück, jede Stunde kostet 150 für mich. Und für jeden Musiker. Und dann zum Schluss machst du Abstriche und dann kommt aber eine seriöse Summe raus. Und dann schlucken die Menschen immer. Wenn jeder Notar seine Posten aufschreibt, dann schlucken wir auch. Aber es wird akzeptiert. Wenn wir das machen, schlucken sie. Und warum das denn? Und darum warum, weil ich sechs Jahre studiert habe und mir einen Namen erspielt habe und du von mir was willst. Du kannst ja einen anderen nehmen, aber das ist mein Preis. Und so, das war eine spaßige Angelegenheit, auch von daher. Tolle Menschen, tolles Geld, tolle Platte. Was war deine Frage?
SPEAKER_02Ob ihr das nochmal live aufführt, das Programm.
SPEAKER_01Da es ein Kollektivding ist und nicht von einem einer Person angeschoben wird, kümmert sich niemand drum. Kümmert sich niemand drum.
SPEAKER_02Das ist so schade, weil das ist wirklich, das ist wirklich richtig schön.
SPEAKER_01Ja, das ist so schwedische Volksmelodien, ja, teilweise sehr alt. Die mögen wir alle. Das ist so eine Musik, die trifft dich ganz einfach im Herzen. Melancholisch, stimmig, stimmend. Und dann.
SPEAKER_02Vielleicht haben wir ja einen Hörer oder eine Hörerin, die jetzt beim Zuhören sofort weiß, von welchem Album ich rede, und sich denkt, ich würde mich gerne darum kümmern, diese Band zu buchen.
SPEAKER_01Bitte.
SPEAKER_02Melden Sie sich bei Gabriel Coburger.
SPEAKER_01Die Band gibt es, die Aufnahmen gibt es und freundschaftlich sind wir sehr verbunden und das wird immer wie mal wieder gespielt werden, garantiert.
SPEAKER_02Was war denn das letzte Album, das du veröffentlicht hast oder das mit dir veröffentlicht wurde? Das aktuellste quasi.
SPEAKER_01Das Aktuellste, mit, wo ich drauf spiele, ist mit Lisa Wulfs Produktion, die jetzt gerade am 8. März rausgekommen ist. Und jetzt haben wir gerade eine Tour gespielt. Da bin ich aber, wie gesagt, da sind vier Formationen drauf zu hören. Da bin ich, da ist noch ein anderer toller Saxophonist in der Hauptband, eigentlich, Adrian Hanak. Und wenn der nicht kann, dann spiele ich.
SPEAKER_02Ja, Lisa hält das oft so ein bisschen offen, das finde ich aber auch toll, weil man ja dann auch immer mal wieder so einen anderen Input mitbekommt. Und trotzdem hat sie ja immer so natürlich den Überblick und die Ahnung, was mit wem wie passiert. Und hat ja auch lauter Leute, die gut zusammenpassen und super zusammenspielen. Und ich finde es immer spannend, was sie rausbringt.
SPEAKER_01Das ist eine mutige Arbeitsweise und aber für sie eine inspirierende, das kenne ich selber. Die gleichen Stücke mit jemandem anders gespielt. Es klingt sofort anders. Man selber spielt anders und dieser kreative Prozess ist ganz toll. Unter meinem Namen, die letzte ist das Tiny Electric-Trio mit Kalle Kalima und Dirk Achim Donau. Das ist jetzt vom halben Jahr rausgekommen. Oder weil ich vorhin ein bisschen reingehört habe, was Dirk Donau hier vom Jahr gesagt hat, da sagt er Sprache davon, am 31.05. werden wir im Schanz im Brückenstern spielen. Und das ist auch genau so gewesen. Da haben wir am Nachmittag studiomäßig aufgenommen, am Abend das Konzert mitgenommen und dann haben wir noch ein Live-Mitschnitt aus der Jazz Hall dazu genommen und das haben wir dann zusammengeschnitten zu einem Live-Album, was ganz toll geworden ist. Also mit Kalika Lima und Dirk. Das ist so meine aktuelle Band, mit der für Fokus ist darauf, ich buche für diese Band. Das ist also eine Tour kriege ich nicht zusammen, aber alle zwei Monate spielen wir ein Gig. Und das reicht mir, um in Kontakt zu bleiben mit der Band. Und was das nächste sein wird, weiß ich noch nicht. Aber das kommt garantiert, die Idee kommt.
SPEAKER_02Und deine zweite große Leidenschaft, der Fußball. Hast du früher mal so wirklich so viel in einer Mannschaft gespielt?
SPEAKER_01Seitdem ich fünf bin, spiele ich Fußball.
SPEAKER_02Also länger als du Saxophon spielst. Oder wann hast du angefangen, Saxon zu spielen?
SPEAKER_01Saxophon mit zwölf. Also länger, definitiv. Also ich kam ja nur wegen diesem Produzenten drauf und dass ich es jetzt vielleicht bald aufgeben werde, weil es einfach für die Knochen zu hart ist. Ich spiele relativ immer noch im Verein. Ich spiele für mein Alter zu schnell. Das ist auch Saxophon spiele ich für mein Alter zu schnell.
SPEAKER_02Ich musste gerade so vor. Ob ich jemals gehört habe, dass ein Musiker oder eine Musikerin sagt, ich spiele für mein Alter zu schnell.
SPEAKER_01Ja, es kam ich darf, wenn die diese Schweden-Produktion war zum Beispiel, deshalb die Melodien und diese Lyrik, die auch Tino Del Rado da reingebracht hat, hat mich automatisch, ich denke dann bei solchen Sachen nicht drüber nach. Da bleibe ich bei einem Helden von mir Gabarek zum Beispiel. Da bleibe ich. Der Kontext ist so, ich bleibe der nach meinem Geschmack und meinem Urteil gehend dann in diesem Rahmen. Und weil Leute kennen mich ja auch als sehr offensiven Spieler und sehr viel Spieler und sehr energetischen Spieler, der ich garantiert bin, was ich auch liebe. Und das ist bei meinen Bands immer mit eingetütet. Aber wenn jetzt mit Lisa zum Beispiel, diese Produktion, diese Band mit Shello, sehr kammermusikalisch gehalten und Kontrabass, das erfordert eine gewisse Interaktion, die ich dann versuche auch zu spielen. Und ich merke, wie ich das auch genieße. Und was das in mir ist, dass ich so Fußball spiele, wie ich Fußball spiele und so Musik mache, wie ich es mache, wenn ich meinen Namen drauf habe. Ist eine, ist meiner Hyperaktivität geschuldet oder einem einer Emotionalität und einer Spontanität, die in mir innewohnt so. Und dazu stehe ich auch total. Aber ich genieße es auch mal, Sideman zu sein und mich einfach nur diese Helden, die ich habe, die nie viel gespielt haben. Das ist teilweise ein Paradox, aber so bin ich.
SPEAKER_02Hast du dann auch einen Held beim Fußballspielen? Da kenne ich mich jetzt nicht besonders gut aus, aber.
SPEAKER_01Natürlich ist Messi, also oder Sidan habe ich geliebt. Also illegal, auch da die Magier. Apropos, weil die Kommunikation auf dem Feld, das Bewegen im Raum und das Kollektiv, das Team, da sehe ich definitiv die Parallelen, die mich faszinieren.
SPEAKER_02Das ist ein interessanter Vergleich.
SPEAKER_01Das ist, und das, ohne Räume zu erspüren und da den anderen gut aussehen zu lassen. Und die Leute, sie dann war so einer, der die goldenen Pässe geschlagen hat oder Messi auch und den anderen in Szene gesetzt hat. Also Ego raus, kollektiv rein. Aber natürlich, die Magie entsteht dann auch durch außerordentliches Talent. Durch so nenne ich diese Leute in der Musik oder überall dieses Geschenke für uns, an denen wir reifen können, an denen wir lernen können. Ich bin garantiert nicht so eins, aber die gibt es nach überall.
SPEAKER_02Guck mal, was du alles, wir haben jetzt nicht mal, wir sind, wir sprechen schon eine ganze Weile, wir haben, ich habe noch so viel mir aufgeschrieben, was du alles machst und gemacht hast und was ich ihn auch fragen könnte. Also ich glaube, du bist schon auch ein Geschenk hier für die Stadt auf jeden Fall, für die Jazzszene, sage ich jetzt einfach so.
SPEAKER_01Ja, so als Arbeiter, ne? Nicht als Magier.
SPEAKER_02Da musst du dein Licht nicht unter den Scheffel stellen.
SPEAKER_01Ja, das ist auch egal, aber es gibt sie dann ist sie dann und Charlie Parker, Charlie Parker. Oder John Coltrane oder ich könnte auch anderen nennen, aber da gehe ich nicht mal in die Nähe.
SPEAKER_02Gibt es denn, weil du sagst, du hast gehört, dass Dirk Achim Donau, als er hier war, was angekündigt hat, was in Kürze ist, wo er die Menschen drauf aufmerksam gemacht hat, gibt es ein bestimmtes Konzert, das jetzt so im nächsten Monat oder so stattfindet, das du gerne ankündigen würdest?
SPEAKER_01Also es gibt noch am 6. Nee, am 8.6. beim Elbjazz Festival spiele ich mit einem Projekt, was ich ganz toll finde. Das sind Stücke von mir, arrangiert von Wolf Kerschik für Big Bands.
SPEAKER_02Hast du das auch mal mit der NDR Big Band gespielt, dieses Projekt? Ja.
SPEAKER_01Aber dieses ist jetzt ein bisschen anders, weil Ken Norris noch dabei ist. Und da hat Wolf noch drei weitere Stücke von mir arrangiert, die ein bisschen leichter sind, ein bisschen so für Open Air und Sonne geeignet sind. Alles andere Programm ist sehr schwer, was ich sehr liebe. Aber dieses ist ein bisschen easier und das ist, aber das mag ich auch sehr. Und das wird am 8.6. um 19 Uhr vor der Elbphilharmonie auf der Hochschulbühne gespielt.
SPEAKER_02Das ist eine ganz tolle Kulisse da. Ja, da freue ich mich sehr drauf. Merken wir uns auch gerne. Unsere Hörer und Hörerinnen stehen natürlich alle auf Jazz. Stimmt. Also ich gehe mal davon aus. Sonst wäre das ja sehr. Falls jemand diesen Podcast hört, der Jazz nicht mag, bitte schreib mir. Ich möchte wissen, warum ihr trotzdem.
SPEAKER_01Das stimmt.
SPEAKER_02Danke dir für deine Zeit. Schön, dass du da warst.
SPEAKER_01Danke dir vielmals für die Einladung. Es war wirklich schnelllebig. Kommt mir vor für fünf Minuten.
SPEAKER_02Hier, 55 Minuten sprechen wir schon. Okay. Ich bedanke mich bei euch allen fürs Zuhören und hoffe, wir hören oder sehen uns vielleicht auch bald mal wieder. Ich wünsche euch bis dahin eine gute Zeit und hört fleißig Musik, hört vor allem CDs und Schallplatten. Kauft sie. Kauft sie auch. Und viel Spaß und bis bald. Tschüss.
SPEAKER_01Tschüss.