Jazz Moves Schnack
Der Podcast von JAZZ MOVES HAMBURG über Jazz und darüber hinaus - mit Gästen, die Jazz spielen, leben und lieben. Moderiert und produziert von Stephanie Lottermoser. Zweimal nominiert für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie "Journalistische Leistung".
Jazz Moves Schnack
JAZZ MOVES SCHNACK: TINI THOMSEN
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Katharina "Tini" Thomsen ist Baritonsaxofonistin, Arrangeurin und Komponistin und hat schon in jeder Art Besetzung vom Saxofonquartett bis zu Orchestern und Bigbands gespielt und dirigiert.
Im Jazz Moves Schnack spricht sie über Hamburg und Amsterdam, über Tony Curtis und ihre Liebe zu Tieren, außerdem über Landschaftskartographie. Dazu gibt es Tips für den Garten und Informationen über die nächsten Konzerte.
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JAZZ MOVES SCHNACK - der Podcast von Jazz Moves Hamburg über Jazz und darüber hinaus, moderiert und produziert von Stephanie Lottermoser.
Und dann war das wie so ein, wie früher, irgendwie ein ganz herzliches Zusammensein und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass irgendjemand dem anderen den Gewinn nicht gönnte oder so. Das war in dem Moment, also hatte ich das Gefühl, wie es dann in den Köpfen von den anderen aussieht, weiß ich nicht, aber ich hatte so ein Gefühl von, ach, wir sind alle hier, wir sind froh, es geht wieder los.
SPEAKER_00Ihr hört den Jazz Moves Schnack mit Stefanie Lottermoser und Jan Persch.
SPEAKER_01Moin zusammen und herzlich willkommen beim Jazz Moves Schnack Folge 23 sind wir schon. Und ihr hört, dies ist nicht die Stimme von Jan Persch. Nachdem er letztes Mal alleine eine Folge mit Carsten Jacke gemacht hat, bin ich heute alleine im Studio, natürlich nicht ganz alleine. Ich habe natürlich jemanden zu Gast. Wir sind in der Feldstraße im Studio Bassomatik. Draußen ist herrliches Sommerwetter. Es ist schon ganz schön heiß in der Sonne geworden mittlerweile und mit der Hitze hat auch die wunderbare Frau zu tun, die ich heute zu Gast habe. Herzlich willkommen, Tini Tomsen, Bariton-Saxophonistin, Generellsaxophonistin, Arrangeurin und Komponistin. Schön, dass du da bist. Hallo! Was meinst du denn jetzt, was meine erste Frage ist, wenn ich sage, du hast mit Hitze zu tun? Oh Gott.
SPEAKER_02Also Hitze heißt ja auch, wird glaube ich genannt, wenn Hunde läufig sind.
SPEAKER_01Okay, ich sag dir da einfach direkt um was es geht, bevor wir uns direkt verrennen. Manche mögen es heiß. Wie konnte ich es vergessen? Der berühmte Film von 1959 mit Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon. Laut Wikipedia hast du deine Liebe zum Saxophonspiel durch diesen Film gefunden. Laut deiner Homepage hast du die Liebe zum Saxophonspiel durch Tony Curtis gefunden. Das ist unterschiedlich formuliert. Und eben in dem Film geht es um zwei Musiker, die sich aus Angst vor Gangstern in einer Damenkapelle tarnen, in der Marilyn Monroe-Ukulele spielt. Einer von beiden spielt eben das Tenorsaxophon. Ist die Geschichte wahr? Bist du so zum Saxophon gekommen? Ja, die Geschichte ist wahr.
SPEAKER_02Ich glaube, ich war neun und da hat die Mutter einer Freundin von mir uns einfach diesen Film gezeigt. Die war nämlich selber Musikerin und machte so ein Marilyn Monroe-Cover ab und zu. Und die hat gesagt: Hier, komm, Film anschauen muss, super Film. Und ich wusste nicht, was ich sehe. Mit neun weiß ich auch noch gar nicht, was das so alles bedeutet, ne, so Gefühle und so. Und ich dachte einfach nur, der Typ, und egal, Saxophon ist mir wurscht, einfach der Typ. Und dann mache ich eben auch Saxophon. Und dann ging das sogar so weit, dass ich war dann neun oder zwölf, glaube ich, bis es dann irgendwann letztendlich dazu gekommen ist und auch noch kleine Hände und so weiter. Und wir sind ein Saxophon kaufen gegangen. Und ich bin halt auch nicht mit dem Alt nach Hause gegangen, sondern mit dem Turno-Saphon, was eben auch Tony Curtis spielt. Das hat jetzt nicht direkt mit Tony Curtis zu tun, aber ich sehe das im Nachrennen als Zeichen, dass Tony Curtis, naja, keine Ahnung. Also ich habe jetzt noch so ein fettes Poster von dem Film auch. Wirklich?
SPEAKER_01Ja, ja. Hängt das über euch zu Hause? Äh, im Keller.
unknownIm Keller.
SPEAKER_01Tony Curtis. Aber das heißt, es war dir auch gar nicht so wichtig, welche Musik da gespielt wird, weil Stücke aus manchen mögen es heißen ja zum Beispiel Running Wild, I Wanna Be Loved By You und sowas. Hat das eine Rolle gespielt?
SPEAKER_02Ein bisschen, aber erst später. Also diese Verfolgungsszenen mit so einem bisschen Ellington-Bassy, aber ziemlich schnell, ziemlich geil. Oder was war denn das eigentlich? Ja, so eine Mischung aus Swing und Debüt-Musik, ja genau sowas gespielt. Genau, und das habe ich dann später in Big Bands in der Schulzeit wieder gefunden oder so ähnlich, haben wir das wiedergespielt und da dachte ich so, oh, das ist es, das ist es, geil, geil, ich mach jetzt das, was ich damals schon. Also genau, so Running Wilds oder der Gesang von Marilyn Monroe, der hat mich damals auch nicht so ganz noch nicht erreicht. Das kam dann später.
SPEAKER_01Und wann bist du dann vom Tenor auf das Bariton-Saxophon gewechselt?
SPEAKER_02Sobald die Hände groß genug waren. Ja, da warte ich immer noch drauf. Sobald die Big Band, sobald ich das Wort Big Band gehört habe zum ersten Mal, also an der Schule war sofort irgendwie so, ja, wir Big Band spielst du, hast du jemals ein Bariton gehalten? Und ich so, nö. Aber du weißt, wie ein Bariton aussieht und ja, okay, das ist genug. Und dann haben die mich so ungefähr dann quasi verpflichtet, Bariton in dieser Big Band zu spielen. Und das war erstaunlich einfach, fiel mir das. Also es war nicht zu schwer, es war nicht, naja, es war einfach einfach.
SPEAKER_01Und du spielst aber auch immer noch die anderen Saxophone auch ab und zu, aber Bariton ist dann einfach so dein Ding geworden. Dafür kennt man dich ja auch hauptsächlich. Du hast auch mit Nies Landkrähnern der Funk-Unit Tenorsaxophon gespielt, weil der halt ein Tenorist sonst ist und der war nicht da und dann stand da zur Debatte, dass du das auf dem Barry machst.
SPEAKER_02Ja, er hat mir das freigelassen, aber ich wollte schon, also mit dem Bariton kämpft man sich ja so ein bisschen ab. Ich meine, da kommt man einfach nicht so in die Höhen, ja. Das stimmt. Aber alle anderen Saxophone fallen mir viel schwerer als das Bariton. Also du musst mich mal auf den Alt hören, das ist fürchterlich.
SPEAKER_01Das machen wir mal. Bevor wir das noch weiter vertiefen, stellen wir dich erstmal vor. Tini Thomsen in 30 Sekunden. Felix, bitte.
SPEAKER_00Katharina Tini Thomsen wurde 1981 in Hamburg geboren. Mit 13 entdeckte sie die Liebe zum Saxophon. In ihrer Jugend war sie Mitglied im Landes, später auch im Bundesjazzorchester. Sie hat in Hamburg und Amsterdam studiert und bisher fünf Alben unter eigenem Namen veröffentlicht. Neben ihren eigenen Projekten, dem Saxophon-Quartett Q4 und Max Sax, stand sie unter anderem bereits mit Niels Landgren, Dr. John, dem Metropolorchest der NDR Big Band und Crow auf der Bühne. Sie erhielt zahlreiche Preise, zum Beispiel beim New Dutch Composers Contest und beim Arrangementwettbewerb der NDR Big Band. 2015 erhielt sie den IBSH Award von Jazz Baltica, 2016 den Deutschen Musikautorenpreis und 2022, ganz frisch, wurde sie für den Deutschen Jazzpreis nominiert.
SPEAKER_01Ist das so richtig? Du hast, glaube ich, gerade, stimmt das Jahr, in dem du angefangen hast, Saxophon zu spielen, mit 13. Ich glaube, du hast ja dann gerade gesagt, mit neun hast du es schon gemacht.
SPEAKER_02Nee, mit 9 habe ich einen Film gesehen und dann hat es noch ein paar Jahre gedauert. Und ich dachte, es wäre zwölf, aber ich glaube, 13 stimmt mehr. Also so um die zwölf Teilsten. Aber was ich vielleicht noch erwähnen müsste, die Phantastischen Vier, mit denen war ich noch nicht. Hallo, falls mich jemand hört, noch nicht auf Tour, aber es war Crow. Wahrscheinlich auch so eine MTV-Anplugg-Geschichte, die die beiden gemacht haben. Es sind, glaube ich, auch die gleichen MDs gewesen für die beiden Bands kurz hintereinander, aber es war Crow. Es war Crow, mit dem du auf Tour warst. Dann haben wir das falsch recherchiert. Das macht nichts, aber nehme ich auch als Hinweis, nächstes Jahr damit.
SPEAKER_01Fantastischen Vier, falls ihr das hört. Falls ihr noch jemanden am Bariton-Saxophon braucht, die haben Bläser mit dabei, glaube ich, oder? Manchmal hat es auch Platt. Der Deutsche Jazzpreis, zumindest ist es mittlerweile so, dass man auch, wenn man nominiert ist, Geld bekommt, ein Preisgeld. Da haben auch wir vom Jazzmoves Schnack davon profitiert, weil wir auch nominiert haben. Wir haben ihn leider nicht bekommen. In deiner Kategorie ist der Preis auch an deinen Nebenmann gegeben worden. Leider, wir hatten uns natürlich für dich gefreut. Aber es ist schön, dass zumindest eine Anerkennung in Form von einem Geldbetrag auch mittlerweile da ist, weil wir haben ja alle zwei nicht so leichte Jahre hinter uns. Ich war persönlich nicht beim Deutschen Jazzpreis da. Wie warst denn? Du warst ja an dem Abend in Bremen. War es schön, die ganzen Kollegen und Kolleginnen mal wiederzusehen, die man alle kaum noch kennt.
SPEAKER_02Ja, das war großartig. Erst kam es als Schock. Erst wusste ich überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Natürlich, ich glaube, das ging vielen so. Ich habe mich dann an Alexandra Lehm das Rockziffel gehangen, so ein bisschen. Und die ersten 15 Minuten mich so halb hinter ihr versteckt und irgendwann bin ich dann auch aufgewärmt und habe auch gleich meine Mitnominierte Theresia getroffen und so. Also es war, überall kamen dann Leute, die man kannte, eigentlich schon beim Hotel, beim Einchecken. Und dann war das wie so ein, wie früher, irgendwie ein ganz herzliches Zusammensein und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass irgendjemand dem anderen den Gewinn nicht gönnte oder so. Das war in dem Moment, also hatte ich das Gefühl, wie es dann in den Köpfen von den anderen aussieht, weiß ich nicht, aber ich hatte so ein Gefühl von, ach, wir sind alle hier, wir sind froh, es geht wieder los und so.
SPEAKER_01Ja, auch im Zweifelsfall freut sich natürlich jeder und jede über jegliche Art von Sichtbarkeit im Moment, weil alle haben zu wenig Konzerte gespielt oder spielen können in den letzten zwei Jahren. Und für alle war das hart, durch diese Zeit zu kommen. Und da ist es wirklich jedem und jeder gegönnt, wenn man da irgendwie in Erscheinung treten kann, das sehe ich auch so. Kommen wir mal nach Hamburg. Du bist ja hier groß geworden, du warst im Landesjugendwassorchester hier. Du hast zuerst in Hamburg studiert und dann in Amsterdam. Du bist ja dann auch relativ in die Szene in Holland reingewachsen oder gerade in Amsterdam, was gar nicht so leicht ist. Habe ich mir sagen lassen von mehreren Leuten, die das schon probiert haben. Und bist aber ja mittlerweile jetzt wieder hier. Du lebst in der Nähe von Lüneburg. Gäbe es für dich auch die Möglichkeit, woanders zu leben oder hat Hamburg dich quasi wieder zurückgezogen?
SPEAKER_02Ähm, ja, nein, also nein. Ich könnte mir jetzt nicht mehr vorstellen, woanders zu leben. Und Hamburg hat hatte mich anfänglich zurückgezogen. Ja, da dachte ich, ich fange, ich knüpfe da wieder an, wo ich mal weggegangen war. Also ich hatte nie den Kontakt ganz verlassen. Aber dann kam noch vor Corona so eine seltsame Anwandlung, dass ich halt, naja, dass ich halt weniger wirklich in Hamburg und in der Szene aktiv war. Ich hoffe, das kommt irgendwann nochmal wieder, aber da habe ich dann noch so ein, naja, habe ich einfach andere Dinge gemacht und die Konzerte führten überall anders hin, außer nach Hamburg. Also wir haben halt immer regelmäßig auch mal Birtland oder wo haben wir noch gespielt? Naja, in Birtland mal gespielt, alle paar Jahre. Aber ansonsten ging es halt auch erstaunlich oft wieder zurück nach Holland für Konzerte und dann irgendwie so ein bisschen so, naja, hier halt dort. Aber ich war, glaube ich, seitdem ich nach Hamburg wieder oder in die Umgebung nach Deutschland zurückgezogen bin, war ich kein einziges Mal auf einer Session zum Beispiel oder auf einem ganz normalen Konzert, weil man denkt, da denkt sich auch, so Lüneburg und noch ein bisschen südlicher, das ist ja Stunde fahren. Und dann. Ah! Das ist furchtbar, sowas zu sagen. Sowas hätte ich mir mit 21 hätte ich das nie gesagt. Und nun denkt man sich, oh, ich wässer nochmal den Garten. Zu dem Thema kommen wir nach.
SPEAKER_01Da kommt es ja auch noch. Aber gibt es irgendwelche, ich weiß, das sind immer Klischees, die man dann bespricht, aber gibt es irgendwelche markanten Details, die du in Amsterdam maßgeblich anders findest als in Hamburg oder die Szenen sehr stark unterscheiden?
SPEAKER_02Äh, Drogen?
SPEAKER_01Ja?
SPEAKER_02Nein. Ja. Also Amsterdam und Holland an sich ist wirklich super eng und dicht gedrängt. Das heißt, da ist eine Stadt, ist beinahe so weit auseinander von der nächsten, wie Berlin lang ist. Aber das sind Städte, die sich definieren durch eine eigene Szene. Das heißt, DNH, Rotterdam, Amsterdam, die haben alle den Anspruch, eine eigene Szene zu haben. Trotzdem kreuzen die sich, die Musiker hier und da und so weiter, aber es ist halt sehr eng und sehr klein. Und daher habe ich das Gefühl gehabt, dass es ein bisschen, wie soll man sagen, also es war etwas genauer. Man musste wirklich genau gucken, wo, wie, was man, wie, wo spielt. Und es war nicht wirklich, oh Gott, das ist eine super Frage und sehr schwer zu beantworten, wenn man, ja, also vielleicht kann man das mit Berlin vergleichen. In Berlin habe ich das Gefühl, auf einem kleinen, auf einem großen Raum geht überall alles und es gibt trotzdem kleine Inseln und so weiter. Und in Amsterdam oder in Holland waren eben diese Inseln noch abgegrenzter, weil man sich nicht ständig das leisten konnte, sich zu kreuzen, weil dann würde es vermischen und dafür war es zu dicht gedrängt, dafür mussten mehr Grenzen da sein. Also auf engstem Raum in Amsterdam waren hier die Free Jazz und dann irgendwie absolute Traditionen mit Ferdinand Povel und naja, also da waren die, da haben sich die Genres nicht so gemischt, wie es jetzt vielleicht langsam passiert, aber damals war es wirklich abgegrenzt.
SPEAKER_01Aber wo hast du dich dann in der Zeit stilistisch positioniert, weil du ja eigentlich auch heute jemand bist, der absolut flexibel in verschiedenen Stilistiken spielen kann.
SPEAKER_02Nee, flexibel oder einfach, ich bin einfach nirgendwo richtig tief eingestiegen. Das sagst du jetzt. Ja, aber das finde ich auch okay. Also ich habe mich da auch lange mit beschäftigt, ob ich irgendwo Tiefgang verloren habe. Aber ich finde es einfach sehr spannend. Also ich hatte ja auch klassische Bassklarinette studiert und habe dadurch dann da in der Szene mal ein bisschen reingeguckt und das war verrückt, wie wenig die auch von Jazz zum Beispiel wissen wollten. Und Improvisation, ach, das ist doch so laut oder so ungefähr. Also halt Klischee, krasses Klischee. Und jetzt so die im Nachhinein war das unfassbar inspirierend. Einfach ein bisschen Arrangement, ein bisschen Klassik, ein bisschen ein bisschen Jazz. Davon würde, glaube ich, jetzt jeder profitieren. Plus den Tiefgang. Wie war die Frage?
SPEAKER_01Die Frage hast du schon beantwortet. Danke. Naja, sind natürlich Städte werden ja auch immer durch so viele unterschiedliche Faktoren geprägt. Das ist natürlich immer schwierig, dann solche Unterschiede festzumachen, weil der ja auch historisch, wie ist was gewachsen, wo kommt die Kultur her, wie ist der Jazz nach Holland gekommen, wie ist er nach Hamburg gekommen? Da spielt natürlich auch immer alles rein, wenn man solche Unterschiede trifft. Aber es interessiert mich trotzdem immer, wenn jemand an zwei Orten gelebt hat, wie man es dann einfach so empfindet. Kommen wir zu einem Thema, über das ich gar nicht weiß, wie gerne du darüber sprichst. Gut, wir waren da ganz nur zu scharfen. Wir waren schon vorher bei Manche mögen es heiß. Das Stichwort, das ich jetzt nenne, lautet Damenkapelle. Der Phil, also immer Manche mögen es heiß, war das ja eine Damenkapelle, die da mitgespielt hat. Und ich bin vor kurzem, ich frage dich jetzt nicht, was du über Frauenbands denkst, das finde ich irgendwie kein relevantes Thema tatsächlich. Es gab vor kurzem am Weltfrauentag dieser skurrile Feiertag jedes Jahr, wo immer alle sich überschlagen in Aktionen. Da wurde auf einem großen deutschen Jazzlabel ein Sampler veröffentlicht mit dem Titel Fantastische Frauen. Und ich habe ganz lange darüber nachgedacht, warum sich niemand drüber aufregt, weil ich fand das wirklich komisch. Mich hatte so ein bisschen an so eine Menschenschau um 1900. Das soll jetzt nicht böse klingen, aber das ist der Eindruck, den ich dabei hatte. Wie ist denn deine Meinung jetzt einfach nur wirklich zu diesem Titel? Weil ich fand das so komisch und ich hatte das Gefühl, dass niemand sich dazu geäußert hat und ich bin selber nicht auf dem Sampler, du auch noch nicht. Deswegen.
SPEAKER_02Deswegen ist fantastisch immer eine Lüge. Das ist ja, also fantastische Frauen hat jemand die Alliteration einfach mal bei der Hand gepackt. Oder wo man das doch immer packt. Und ja, also ich dachte auch, da sind wir, da sind wir, das haben wir hinter uns gelassen, solche.
SPEAKER_01Ich dachte das auch, weil zum Beispiel, wenn ich es vergleiche mit jemandem wie Nils Landgren, der ja Frauen ganz viel Sichtbarkeit gibt, aber das auf eine andere Art macht, als dass dann fantastische Frauen mit mir auf der Bühne zu nennen. Und du hast ja auch viel mit Nils gespielt, in ganz unterschiedlichen Kontexten. Eben bei der Funkunit, du hast bei Peter und der Wolf, bei Jazzbaltica ganz oft mit ihm gearbeitet und eben in Konstellationen, bei denen Musiker, aber auch Musikerinnen dabei waren. Und das ist ja eine Art von Sichtbarkeit, die aus einem anderen Kontext kommt, habe ich das Gefühl. Und aber so einen Titel, wo drauf zu setzen, wie fantastische Frauen, finde ich, ist in meinem Empfinden die falsche Sichtbarkeit. Mag jeder anders sehen, war mit Sicherheit gar nicht böse gemeint, um Gottes Willen. Aber ich finde einfach, es zeugt von einer gewissen Unreflektiertheit, wenn man sowas einfach in die Welt setzt, weil ich finde, das ist eher ein Schritt zurück, als dass man irgendwas pusht. Ich glaube, es kommt, ja, es kommt einfach zu spät.
SPEAKER_02Oder vielleicht ist das Konzept irgendwann vor ein paar Jahren entworfen und dann weiß man, wie lange sowas geht. Weil das ein Sampler, der schon vor Corona geplant war, aber auch da waren wir eigentlich schon weiter. Ja, eigentlich schon. Aber gut, das sagen wir jetzt. Wer weiß, wie es in den Köpfen von ganz, ganz, ganz vielen anderen aussieht. Also ich habe mich auf der Fahrt hierher tatsächlich innerlich mal mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn du mich fragst, wie ist denn das eigentlich, Musik zu machen mit Frauen und Männern oder erst passt du wahrscheinlich, also erst habe ich zumindest meistens in hauptsächlich Männerkapellen gespielt und ich war dann die einzige Dame. Und mittlerweile ist das aber beina schon so veraltet, dass es sich seltsam anfühlt, wenn ich die einzige Frau bin. Und das hätte ich mir vor ein paar Jahren wäre mir das nicht aufgefallen, weil das war einfach normal. Da war eine andere Frau dabei, war so, hey, was machst du denn hier? Jetzt war schon eine von uns. Genau, ich bin noch da. Und jetzt ist es einfach so langweilig, wenn da jetzt keine andere Frau dabei ist. Oder es ist Energie, was auch immer, für jeden ist ja, es ist ja unterschiedlich, was es bedeutet, ob jetzt Mann oder Frau in der Band ist oder nicht. Für mich war das lange Zeit einfach überhaupt keine Option. Ich habe doch übrigens vier Brüder, das heißt, ich bin zu Hause immer von Männern um Ringgaben. Du bist quasi schon in der Band aufgewachsen, in der du später gespielt hast. Sozusagen, genau. Und jetzt, ja, Gott sei Dank, gibt es viele Gelegenheiten, vielleicht noch nicht genug, aber es gibt für mein Empfinden viele Gelegenheiten, wo es einfach total normal ist, dass da eine Frau mindestens mitspielt. Und das bin aber eben ich und meine Erfahrung und das kann wiederum ganz anders sein. Das mag auch mit der Musikrichtung unterschiedlich sein, das mag auch im Genre, also zum Beispiel, ob man jetzt gerade Studioarbeit macht oder so weiter. Also es gibt ja natürlich immer noch so die Diskrepanz zwischen, wenn man jetzt eine Band zusammenstellt und es geht, sie ist überhaupt nicht sichtbar, ist immer die Frage, wird es dann trotzdem die exakt selbe Besetzung, wie wenn es zum Beispiel im Fernsehen, wenn da irgendwie eine Fernsehband zusammengestellt wird. Und da kann ich mir vorstellen, ist es noch so ein bisschen Kompromiss, damit einfach weiterhin das Bild etabliert wird, dann lassen wir mal die nächste Generation ranwachsen und nochmal und nochmal und nochmal und irgendwann ist das Ding irgendwie, muss das irgendwie ausgebügelt sein. Ich hatte dazu auch nochmal, wenn ich das nochmal, kurze Theorie loswerden darf, ich hatte mich auch mal gefragt, warum ist denn das so, dass so wenig Frauen letztendlich Jazz spielen, obwohl sie in den, also studieren letztendlich. Ich hoffe, du hast eine Antwort darauf, weil ich werde das auch so oft gefragt. Ah, na wie wäre es hiermit? Es sind ja sehr viele Teenager oder in der Musikschule und so, ist es ja beinahe andersrum. Das sind mehr Frauen und mehr Mädchen. Und vielleicht sind die einfach, wenn es darum geht, den Studiengang zu wählen, sind die cleverer und gucken in die Zukunft und überlegen sich, hey, das hat keine Chance. Also zumindest in den, in deren Augen, Jazz-Szene ist jetzt nicht so.
SPEAKER_01Es würde zumindest erklären, warum es den Spruch, das Kind im Manne nur in Bezug auf Männer, aber nicht in Bezug auf Frauen gibt. Da habe ich nämlich schon viel drüber nachgedacht, warum das so ist. Und das, aber eigentlich fände ich das auch ein bisschen traurig, wenn das so wäre, weil das ja auch, also es ist ja schön, wenn man Ideale hat und wenn man von was träumt und dann nicht sofort so nüchtern sich das anguckt und sagt, ja, aber das wird nicht funktionieren. Aber also es kann natürlich sein, also es ist eine interessante, eine interessante Theorie müsste man, also es ist schwierig, das zu untersuchen immer eben, weil da muss man die ja im Abiturientenalter abgreifen und fragen.
SPEAKER_02Ja, oder eben gleich den Druck rausnehmen, dass man einfach nicht mit 18 so Karriere in Anführungsstrichen planen, durchplanen muss, weil das führt dann auch manchmal, ob es jetzt irgendwie in einem ganz anderen Beruf ist, Karriere. Wenn man so karrieregetrieben ist und nicht authentisch ist, dann geht es trotzdem gegen die Wand.
SPEAKER_01Ja, das stimmt. Ich werde das weiter im Hinterkopf behalten, weil das ist ja irgendwie auch ein Dauerthema, nachdem man gefragt wird oder was wir auch im Podcast immer wieder behandeln. Wir kommen jetzt, glaube ich, zu deinem Lieblingsthema: Garten und Schafe. Auf deiner Homepage www.tini-thomsen.de, Achtung, Werbung, sieht man ganz oben ein Musikvideo zu einem Song deines aktuellen Albums Horses and Cranes, 2021 erschienen bei Jazz House Records, nämlich Funky Dragon. Darin sieht man dich, dein Bariton-Saxophon, außerdem aber auch Hühner, Käfer, Vögel. Was hat es damit auf sich? Auf dem Album gibt es auch noch Songs mit den Titeln Birds, Ants und Snooty Kitten.
SPEAKER_02Okay, danke für diese Frage. Endlich. Also Funky Dragon ist eines unserer Hühnchen. Wir hatten vier Hühnchen, jetzt haben wir sechs, weil nämlich eins. Okay, sorry, Geschichte der Hühnchen, da kannst du mich mal gesondert zu einladen. Und mit denen gehen wir immer spazieren, weil wir haben im Moment kein Hahn und deswegen übernehmen wir die Rolle, beziehungsweise am Anfang haben wir die dann immer aus dem Gehege raus. Und dann irgendwo hingebracht, und dann wussten die schon, wenn die uns hinterher dackeln, dann geht es zu entweder zum Kompost oder zu irgendwas, wo die lecker rumscharren können. Und das Video, wo, äh, was eben bei zu Funky Dragon die Hühner zeigt, ist das, wo sie einfach hinter mir herren. Ich renne vor denen weg und so, die sind echt, warte, warte, warte, warte, warte, warte, oh, warte, warte! Und so ähnlich, finde ich, hört sich das Stück teilweise auch an. Also halt so freudig.
SPEAKER_01Das stimmt, das passt gut zusammen.
SPEAKER_02Genau. Und der Rest ist halt leider das Corona-bedingt so gewesen, weil man muss ja irgendwie die Inspiration irgendwo hernehmen. Und es waren bei uns auf dem Land, da war nichts anderes als Horses, also Pferde und Kraniche.
SPEAKER_01Ich habe extra geguckt auf all deinen Alben auch vorher, weil das war das erste Album jetzt, wo Tiernamen oder Tierbezeichnungen vorkamen in den Titeln, wenn ich das richtig gesehen habe.
SPEAKER_02Als nächstes kommen Straßennamen. Ja, das kann sein, ja. Also es ist ja auch so ein Statement. Also ich will jetzt auch nicht irgendwie in so eine Öko-Tiertrullere-Ecke, aber wie gesagt, authentisch bleiben und das war das Einzige, womit wir umbringt waren. Muss ich sagen, Gott sei Dank. Ich weiß, dass es in der Stadt natürlich viel schwieriger war und dann, ja, wären vielleicht die Stücke Namen nach IKEA-Wohnmöbeln zum Beispiel benannt geworden oder so. Aber wir hatten gutes Konzept eigentlich.
SPEAKER_01Und was ja, wenn man bei dir zu Hause ist, bei euch zu Hause, auf dem Land, sieht man ja alle möglichen Tiere. Also da sind nicht nur Hühner, da ist ein Hund, da sind Bienen, wenn die noch da sind. Die waren zumindest da, als ich mal da war. Da sind Schafe in der Nähe, die sind nicht bei euch auf dem Grundstück. Wie kam das dazu, dass ihr quasi unsere kleine Farm zu Hause habt?
SPEAKER_02Ja, naja, wir haben den Platz und wenn man wirklich in so einem sich selbsternährenden Kreislauf wirtschaften möchte, so ganz klein, also alles so klein wie möglich halten, dann ist es total wichtig, dass man zum Beispiel für glücklichen Gemüseanbau, dann muss ja auch Kompost her. Und der Kompost, der kommt von Hühner, äh, Quatsch, von naja, Hühner geht auch, wenn man das gut durchmischt. Sorry, das sind alles Details. Aber man braucht einfach Pferde oder Kuh oder Schafsmist. Und ich bin jetzt nicht wegen des Mists angefangen mit dem Schäfern, aber wir haben einen Hund bekommen und der Hund hat plötzlich angefangen, Schafe zu hüten. Also es plötzlich war auch, also es war jetzt nicht so huch, hoppala, sondern es ist ein Hütehund. Und dann gab es die Möglichkeit, weil ich einfach über andere Ecken an eine Schäferin gekommen bin und dann wurde der mal auf so eine Herde losgelassen und war an seinem Element. War an seinem Element. Und seitdem unter anderem machen wir das wirklich sehr, sehr regelmäßig. Und teilweise nehme ich dann einfach das, ja, lade ich dann, also Eselsmist nehme ich sehr gerne auch. Gerade Heukartoffeln angemalt. Naja.
SPEAKER_01Falls jemand Fragen hat zu Gemüseamor jeglicher Art, E-Mails leiten wir gerne weiter, einfach an uns schicken. Es war ja auch so, dass du in dieser langen Corona-Zeit, die wir alle, ich wollte sagen, hinter uns haben. Man weiß das manchmal noch nicht so genau, aber die auf jeden Fall war, gab es einen Beruf, der dich auch kurz interessiert hat. Ich habe mir das aufgeschrieben, weil ich mir das schon wieder nicht merken konnte. Biotopkartografin. Ist das richtig gesagt jetzt? Biotopkartierung wollte ich sagen. Biotopkartierung. Genau, also ich hatte ernsthaft vor.
SPEAKER_02Vielleicht erklärst du kurz, was das ist. Ja. Ich wusste auch nicht, was das ist, bevor du es mir erzählt hast. Also man nimmt den Bestand auf in einem abgesteckten Areal und entweder Pflanzen, Tiere, genau, entweder alles, Tiere und Pflanzen oder nur Pflanzen. Biotopt eher, das ist jetzt eher auf Pflanzen, das heißt, man kriegt wirklich zentimetergenau herum und guckt, was wächst da und dann sagt man nicht irgendwie Gras und Blume, sondern Landreitgras und, keine Ahnung, jetzt Insert, Random, Complicated und möglichst noch die lateinischen Namen. Aber kannst du dir das nach wie vor vorstellen? Ich habe es versucht, ich habe versucht, in eine Ausbildung reinzukommen, und das Problem war, dass man ein komplett fertiges Biologiestudium vorweisen muss, um in die Spezialisierung dazu zu kommen. Da ist halt, dadurch, dass ich mit der Schäferin so ein bisschen in der Landschaftspflege arbeite, oh Gott, da habe ich geleid, in der Landschaftspflege arbeite, habe ich mitbekommen, wie wichtig dieser Beruf auch ist. Und dass die halt eine absolute Shortage of, na, wie heißt das? Die haben, da kommt einfach nicht die Jugend nach, also in dieser Ausbildung. Und dann dachte ich, ha, das interessiert mich, ich mach das mal. Und dann war irgendwie der in der nächstgelegenen Stätte der Dozent in Rente gegangen und die hatten noch keinen Nachfolger. Bei den anderen musste man eben, wie gesagt, irgendwie Master, Doktor, Bio, was auch immer sein. Und dann habe ich mir überlegt, so nochmal drei, vier Jahre Biologie studieren, bevor ich dann mich zwei Jahre spezialisieren kann auf sowas. Da hatte ich dann doch nicht mehr den Mut zu oder das Durchhaltevermögen. Aber falls es irgendjemand hört und gerade noch eine Berufswahl vor sich hat, Biologiestudium und Biotopkartierung, weil letztendlich geht das alles in Richtung Artenvielfalt und Artenvielfalt erhalten. Großes Thema.
SPEAKER_01Vielleicht können wir uns jetzt auch noch für einen Nachhaltigkeitspreis mit dem Podcast solche Themen besprechen. Hervorragend. Wir kommen zurück zur Musik. Außer du willst dem Garten-Thema noch was hinzufügen. Nee, sorry, nervt ja eh. Du bist ja nicht nur Solistin, sondern auch eine hervorragende Satzspielerin, du hast in diversen Big Bands, NDR Big Band, Metropolorchester, Itparticker, Malte Schiller, Fanta 4 waren es nicht, haben wir gelernt, Sonna Crow, in der Section gespielt und komponierst und arrangierst ja auch. Wäre eine Big Band oder so ein Large Ensemble auch was, was du dir für dich vorstellen könntest, unter deinem Namen zu machen? Hast du das schon mal überlegt?
SPEAKER_02Gute Frage. Wollen wir das zusammen machen oder so? Ich weiß nicht. Wir zwei zusammen. Nee, also ja, ich hab das schon mal, also ich habe ja mal ein komplettes Programm für HR Big Band, für NDR-Big Band und für die Jazzbaltiker zusammengeschnipselt und dann halt projektmäßig das gemacht. Das liegt mir, ich glaube, so eine eigene Band, so wie zum Beispiel Christian Elsässer Orchester oder was auch immer es für, oder hier, wie heißt er, Michel Schröder oder so, das ist alles Arbeit, vor der habe ich so viel Hochachtung, weil da muss man am Ball bleiben und arbeiten und arbeiten und so viele Leute, oder hier Fabia Mantwill, die macht ja auch mit ihren tausend Leuten irgendwie, und das ist rein musikalisch könnte ich das, glaube ich, machen, also das könnte ich mir sogar sehr gut vorstellen, aber der Organisationsapparat. Sehr gerne. Nee, also das, ja, also schon, aber dann, oh Gott, ja, da muss man halt lange Zeit anderes nebenanstellen. Und das könnte, also das könnte ich mir schon vorstellen irgendwann, auch mit noch mit jemandem zusammen. Ja.
SPEAKER_01Gibst du denn manchmal, unabhängig davon, dass du ein Programm für eine Big Band schon geschrieben hast, gibst du Workshops für Big Bands oder beim Buyazo zum Beispiel, oder könntest du dir sowas vorstellen?
SPEAKER_02Ja, also ich war öfter schon mal bei, also hab mal so, genau, Projektsachen, so ein paar Tage-Probe und dann ein Konzert oder so. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Also beziehungsweise habe ich mir schon vorgestellt, weil ich das schon gemacht habe. Und jetzt in zwei Wochen bin ich das erste Mal, da bin ich mega aufgeregt, bin ich das erste Mal zu Gast bei einer Big Band, die meine Stücke spielen und ich die Solistin bin. Oh toll. Das ist voll konfrontierend, weil ich habe ja bis jetzt immer Zeug geschrieben, was jemand anders dann spielen musste. Und dann konnte ich halt so gucken, so gut gemacht, nicht so gut gemacht. Und jetzt muss ich das halt gut spielen, weil das ist mein Zeug. Sonst geht das gar nicht irgendwie. Hilfe. Mit welcher Big Band wird das sein? Oder wo wird das aufgeführt werden? Es ist die fette Hupe aus Hannover und das ist ein Geg in Hannover. Am blenden wir später ein. Datum.
SPEAKER_01Wir werden das vielleicht, vielleicht kannst du das in den sozialen Medien posten. Das ist auch ein spannendes Thema. Soziale Medien und Tini Thomsen. Wie gut versteht ihr euch so?
SPEAKER_02Ich verstehe das Konzept und ich weiß auch ganz genau, wie wichtig das ist. Und auch da habe ich andere Qualitäten, wie auch bei zum Beispiel langfristiger Organisation von, keine Ahnung, großen Projekten. Nee, also Social Media, das Medium total, also ich benutze, ich gucke ja auch und gucke so, was machen denn so die anderen und dann gucke ich auch gerne irgendwelche Tiervideos, so Papi-Videos. Dafür liebe ich Social Media, aber nur dafür wurde das erfunden, ehrlich gesagt.
SPEAKER_01Das ist sehr empfänglich für auf jeden Fall. Vielleicht kannst du ja den Konzerttermin posten. Das heißt, wir fälsten jetzt aus. Mensch, Hannover, Tini Thomsen mit fette Wupe, ich möchte das hören. Wie finde ich raus, wann und wo das ist? Vielleicht steht es bei Fette Hupe auf der Homepage. Ansonsten versucht Tini Thomsen das auf ihren sozialen Medienkanälen zu posten. We're gonna make Tini Thomsons Instagram great again. Wir beide haben uns ja, weil wir gerade über Workshops gesprochen haben, wir haben uns auch bei einem Workshop kennengelernt. Es war damals im Jahr 2002, wir haben quasi 20-jähriges Jubiläum dieses Jahr, wir beide. Wir haben uns ein Zimmer geteilt beim Jazzworkshop Erlangen. Ich war 2002 in der 12. Klasse, ein Jahr vor dem Abitur. Du warst, glaube ich, schon fertig mit der Schule, ne?
SPEAKER_02Ja.
SPEAKER_01Und da waren wir zusammen, ich glaube, bei dir war damals schon viel klarer als bei mir, dass du den Musikweg gehen wirst. Das war zumindest meine Wahrnehmung damals. Ich fand dich, ich war sofort totaler Fan von dir, wie du gespielt hast und wie du alles so gemacht hast. Und ich meine, da saßen wir damals und haben mit hundert anderen Saxophonisten im Kreis Blue Bossa über Eversoul Play-X gespielt. Und jetzt sitzen wir heute hier 20 Jahre später. In der Zwischenzeit haben wir uns meistens nur gegenseitig in irgendwelchen Programmheften gelesen und sind ja jetzt erst wieder beide am gleichen Ort, mehr oder weniger gelandet. Ich bin gespannt, was wir von heute an in 20 Jahren beide machen.
SPEAKER_02Also es wird bestimmt noch ein paar Mal vorkommen, dass, wie auch schon in der Vergangenheit, dass ein Konzert von mir angekündigt wird, mit einem Foto von dir zum Beispiel. Das ist uns doch schon öfter mal. Das ist schon passiert. Saxophonistin in Hamburg? Ach, das ist die bestimmt. Was das angeht, habe ich schon sehr lustige Sachen erlebt. Aber weißt du eigentlich, dass ich ein halbes Jahr Ägyptologie studiert habe, bevor ich Musik letztendlich? Nein. Steht auch nicht wirklich bei Wikipedia, warum auch, aber ich wollte eigentlich Archäologie studieren und habe dann das Kreuz falsch gesetzt.
SPEAKER_01Also du hast schon immer gerne in der Erde.
SPEAKER_02Aber bei Ägyptologie hätte ich dann irgendwann Französisch sprechen müssen und ich hatte Latein in der Schule und dann war das auch irgendwie raus, weil so viel Arbeit will man da ja auch nicht reinstecken, Sprache lernen und so. Und dann habe ich dann Musik studiert. Aha. Also es war schon. Doch mal so ein kleiner Hint, von dem wir nichts wussten. Es war aber schon irgendwie in Sicht, aber ich dachte, ich muss doch nochmal was anderes oder erstmal oder nochmal üben bevor Aufnahmenprüfung oder so oder doch komplett was anderes. Also diese Zweifel ist ja, das ist ja selbst eingebaut. Ich glaube, ich kenne keinen Musiker, der von sich. Genau, der immer weiß, ich bin genau gut, ich weiß immer, was ich will. Also schon, aber so zweifeln, mache ich das richtig, ist das richtig so und so. Das ist bei mir halt doch irgendwie auch ausgeprägt.
SPEAKER_01Ja, das glaube ich wirklich ganz normal. Und jetzt dein aktuelles Album Max Sachs. Ja, wie alle habt ihr auch nicht so viel gespielt, die letzte Zeit, weil es nicht ging. Was ist denn bei dir geplant, jetzt einfach so generell in nächster Zeit? Wirst du vielleicht noch wieder mehr Saxophon spielen? Wirst du mehr dich mit deiner Tour befassen? Suchst du einen Zwischenweg, wie du beides, also kombinieren, lässt sich schwer, aber wie du beides, beidem den nötigen Platz gibst und irgendwie vielleicht ein bisschen zweigleisiger fährst. Was hast du vor?
SPEAKER_02Ich hab vor tatsächlich das Touren erstmal, das wird jetzt, das wird wenn überhaupt dann ganz langsam angehen. Im Moment bin ich offen für auch für was Neues. Ich habe da so einen kleinen Fühler schon ausgestreckt in Richtung einer Musikerin, die bislang in den USA gelebt hat, mit der habe ich zusammen studiert und die kommt so vielleicht wieder und dann, dass wir da mal was komplett Neues, weil das steht echt seit 20 Jahren auf Programm, dass wir zusammen wieder Musik machen. Aber ich las mir vor allen Dingen viel Zeit, weil ich hatte, ich habe einfach sehr viel, Entschuldigung, ich habe einfach sehr viel in kurzer Zeit gemacht vor Corona. Ja. Und wenn ich so teilweise zurückgucke in die Kalender, ich glaube, das kennen Musiker, die dann gucken, so was habe ich eigentlich in dem Jahr. Oder wenn man irgendein Datum sucht und dann kommt man irgendwie drei Jahre zurück und dann so, was habe ich gemacht? Wo? Was? Von da bin ich da eingeflogen? Warum war ich denn da zu Hause? Wie habe ich denn da? Also im Moment ist irgendwie ein Gang zurückschalten und immer wieder dieses Wort authentisch aufbauen mit den Leuten, mit denen man gerne zusammenarbeiten möchte und so. Also es wird bestimmt was Tolles, Spannendes, aber genau was, das weiß ich noch nicht.
SPEAKER_01Ja, aber solange du wirkst sehr positiv aufgeschlossen demgegenüber und das wäre, glaube ich, eh die beste Voraussetzung, die man haben kann. Ich weiß, du bist auch Hörerin unseres Podcastes. Zumindest habe ich in der Vergangenheit schon manchmal ein Feedback zu Folgen von dir bekommen, was wir immer sehr schätzen, by the way, ihr könnt uns jederzeit über Instagram, über Facebook Nachrichten schicken, wenn ihr Feedback geben möchtet, wenn ihr Gäste euch wünschen möchtet, da freuen wir uns ja darüber. Und du weißt auch, es gibt immer diese Frage, die wir jede Podcast-Folge stellen, und ich weiß, dass du diese Frage ganz fürchterlich findest. Ja, das war nämlich mein erstes Feedback. Könnt ihr diese Frage rausnehmen? Diese Frage, nachdem welches Instrument man im Moment ist. Und weil ich ja weiß, dass du die Frage nicht magst, werde ich sie dir jetzt auch nicht stellen. Ich habe mir eine andere überlegt. Ich weiß nicht, ob du die lustig findest. Welches Tier wärst du gerne vor einem Tag? Oh, okay, gut.
SPEAKER_02Ah, Vogel, irgendwas mit Vogel. Die Begeisterung ist groß. Ja, ja, ja, ja, ja. Irgendjemand, der ganz hoch und schnell fliegt. Vielleicht irgendwas wie eine Schimpfung. Jemand, der hoch und schnell fliegt.
SPEAKER_01Dann wärst du quasi in der anderen Frage eine Trompete gewesen.
SPEAKER_02Don't ruin it. Nee, aber irgend sowas mit Vogelperspektive. Oder Maulwurf. Das ist das Gegenteil davon. Das ist cool. Weil du so gern in der Erde gerietst. Ja.
SPEAKER_01Wie sich das anfühlt, wie die Erde riecht, wie sie schmeckt und so. Du musst dich jetzt entscheiden, es geht um einen Tag. Also vielleicht kannst du später auch nochmal für einen Tag ein anderes Tier sein, aber was wäre deine erste Wahl?
SPEAKER_02D, ich nehme den Vogel.
SPEAKER_01Aber ich möchte mich jetzt nicht festlegen, welcher, okay? Alles gut. Ich nehme, weil ich mich anders kann, selbstverständlich die Katze. Ach, natürlich. Weil die einfach, ich wüsste gerne, ob sich das wirklich in der Katze drin so anfühlt, wie ich mir das immer vorstelle, dass die so völlig frei von allen äußeren Zwängen einfach so ihr Ding machen. Und wenn sie Bock haben, legen sie sich in die Sonne und wenn sie Lust haben, gestreichelt zu werden, springen sie irgendwie mal auf den Schoß. Wenn sie da keine Lust drauf haben, sind sie auch sofort wieder weg. Und ich finde einfach, die lassen sich so nichts sagen. Also für mich sind Katzen so unabhängige Tiere. Natürlich sind es auch Raubtiere. Das ist mir klar, dass die nicht nur fluffig sind. Du kannst ja einfach schon mal eine Maus essen und gucken. Das würde ich auslassen. Aber auf jeden Fall, also wenn du ein Vogel bist und ich eine Katze, haben wir schon mal komplett. Dann bin ich Mäusebussard oder so.
unknownNa gut.
SPEAKER_01Also das war quasi die Abschlussfrage. Wir haben das Instrument heute übersprungen. Gut, dass ich zugehört habe bei der Kritik, die du mir vorgetragen hast. Danke. Gibt es irgendwas außer dem Konzerttermin in Hannover, den wir in Kürze von dir erfahren, was du den Leuten gerne noch mitgeben würdest? Man kann deine Alben natürlich sich anhören, man kann sie bestellen, auch bei dir auf der Homepage, glaube ich. Konnte man mal. Ich glaube, das kann man auch noch, ja.
SPEAKER_02Oder E-Mail oder so. Eine Sache, ich habe mit der Schäferin, also die Schäferin hat ganz viele verschiedene Geflügel. Was hat sie? Also Geflügel. Flügel. Entengänse, Hühner und eben verschiedene Schafe und alles. Und ich habe da Videos zugemacht und da Musik drunter gelegt. Ich habe die Musik, ich habe die Stimmen von den Tieren aufgenommen und da ein bisschen, ja, total lustig eigentlich finde ich das Musik. Und das findet man auf deiner Instagram-Seite. Das findet man auf meinem YouTube-Kanal und ich glaube, es findet man auf meiner Instagram-Seite, ich mach das dann noch gleich.
SPEAKER_01Oh, und es gibt noch was, was du ganz ab Schluss sagen wolltest. Vor kurzem ist dir leider ein Drama auf Ebay passiert. Du wolltest eine Akustikgitarre erstehen und ein findiger Mensch hat dir eine verkaufen wollen, du hast sie gezahlt und die Gitarre gibt's gar nicht. Genau.
SPEAKER_02Wenn der Typ zuhört, Alter, schick mir das Ding oder gib mir das Geld zurück. Ist gemein.
SPEAKER_01Oder falls sonst jemand eine Akustikgitarre rumliegen hat, die er oder sie nicht braucht, in der Nähe von Lüneburg, stimmt. Darf ich sagen, wo du wohnst? Nein. Okay, in der Nähe von Lüneburg wird die gerne gesehen. Genau, für kleine Hände, fünf Seiten gerne. Und ansonsten schön, dass du da warst. Ich wünsche dir alles Gute für alles, was kommt. Zu Hause mit den Tieren im Garten, mit den Saxophonen, mit den Klarinetten, mit den Kompositionen. Danke fürs Dabeisein und wir sehen uns bald wieder. Bis dann. Tschüss. Tschüss.