Jazz Moves Schnack

JAZZ MOVES SCHNACK: JAZZRAUSCH BIGBAND (Roman Sladek, Daniel Klingl)

Stephanie Lottermoser

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 51:38

Diese Band vergrößert seit 8 Jahren beständig ihren Radius und lotet musikalische Übergänge aus zwischen traditionellem Swing, Hip Hop, Reggae, Weihnachtsliedern sowie vor allem elektronischer Musik und Techno.

In dieser Folge sind Bandleader und Posaunist Roman Sladek und Lead-Saxofonist Daniel Klingl zu Gast und sprechen mit Stephanie Lottermoser über die Entstehung der Band, über das Ausloten musikalischer Vorstellungen, über Zuschauer die - mitgerissen vom Drive dieser Band - auch in bestuhlten Salen nicht auf den Stühlen sitzen bleiben können und - weil das Jahr sich dem Ende neigt natürlich auch über das aktuelle Weihnachtsprogramm. Alles andere als Still! Still! Still!

Weiterführende Links: https://jazzrauschbigband.de

JAZZ MOVES SCHNACK - der Podcast von Jazz Moves Hamburg über Jazz und darüber hinaus, moderiert und produziert von Stephanie Lottermoser. 

SPEAKER_02

Also dieser Organismus, Jazz Hush Big Band, ist schon eine, glaube ich, wirklich sehr besondere Sache, die kein Zufallsprodukt ist, sondern schon von allen gestaltet und koordiniert und geprägt ist. Ich glaube, das größte Glück, das es ja kurz angedeutet, ist, dass man ja egal niemanden dazu zwingen kann.

SPEAKER_01

Ihr hört den Jazz Moves Schnack mit Stefanie Lottermoser und Petra Riemus.

SPEAKER_04

Moin und herzlich willkommen zum Jazz Moves Schnack, dem Hamburger Podcast über Jazz und darüber hinaus. Darüber hinaus sind wir heute auf jeden Fall, weil die Gäste, die ich heute eingeladen habe, sehr, sehr weit weg von jeglichem Schubladendenken sind. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Bands, die einerseits Residents in einem bekannten Techno-Club, wie dem Münchner Harry Klein sind, und mit diversen Techno-Programmen Jazz-Festivals auf der ganzen Welt bereisen und andererseits Konzerthäuser in ganz Deutschland mit Arrangements deutscher Weihnachtslieder ausverkaufen, was im Moment gerade der Fall ist, und auch gestern Abend in der Hamburger Leishalle passiert ist. Die Rede ist von der Jazz Rauschblickband und ich begrüße den Gründer und Bandleader Roman Sladek und den Lead-Altisten Daniel Klingel. Schön, dass ihr da seid.

SPEAKER_02

Danke für die Einladung.

SPEAKER_04

So, ihr habt gestern in der Hamburger Leishalle gespielt und ihr seid momentan auf einer zweiwöchigen Deutschland-Tour mit eurem Programm Alle Jahre wieder. Nach so vielen Abenden mit Odo Fröhliche und still, still, still. Roman, was hörst du privat an Weihnachten noch für Musik? Hörst du überhaupt noch Musik an Weihnachten?

SPEAKER_02

Ja. Das, was meine Familie auflegt. Und versuch keinen Streit vom Zaun zu brechen.

SPEAKER_04

Und was legt deine Familie auf?

SPEAKER_02

Spontan würde ich mal vermuten.

SPEAKER_04

Hören deine Eltern deine CDs, wenn du zu Hause bist?

SPEAKER_02

Ja, das tun sie.

SPEAKER_04

Und auch das akzeptierst du.

SPEAKER_02

Das akzeptiere ich auch, je nachdem, wie zufrieden ich selber mit der Platte bin, fällt es mir leichter oder schwerer. Und das weißt du wahrscheinlich selber auch, wenn die Platten länger zurücklegen, fällt es mir aber eigentlich irgendwie eher wieder leichter, weil die persönliche Verbindung dazu weiter weg ist. Schwieriger sind eher ganz aktuelle Platten, wenn die nicht wirklich exzellent gelungen sind, nach meinem Dafürhalten. Ja. Dann brauche ich immer ein bisschen Pause. Also ich höre sicher die Weihnachtsplatte von vor drei Jahren leichter als die von diesem Jahr.

SPEAKER_04

Ja, kann ich verstehen. Daniel, hören deine Eltern oft die Jazz-Rausch-Bigband, wenn du zu Hause bist?

SPEAKER_00

Ja, die kommen regelmäßig. Gerade wenn wir in München spielen.

SPEAKER_04

Und darfst du ein Veto einlegen oder?

SPEAKER_00

Ein Veto zu was?

SPEAKER_04

Also ich will oft meine eigenen Platten tatsächlich nicht immer hören, wenn ich zu Hause bin.

SPEAKER_00

Doch, wir hören die eigentlich, die letzte Weihnachtsplatte lief eigentlich jedes Jahr rauf und runter. Und bei der neuen ist es genauso. Also warum auch nicht? Es ist ja sehr gelungen. Richtiges Argument. Die alte, so wie die neue.

SPEAKER_02

Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass es bei dir nochmal was anderes ist, weil du ja wirklich Solistin bist und im Zentrum dieser Band, dieser Produktion steht und als Big Band man ja schon, und so ist die Band eben strukturell angelegt, so ich eine ganz große Band ist, dass ich dann nicht das Gefühl habe, ich höre es mir selber die ganze Zeit zu, weil ich ständig vielleicht singen würde oder Solos spielen würde. Und deswegen, glaube ich, fällt es vielleicht als Big Band-Musiker nochmal leichter, seine Big Band-Alben zu hören, als wenn du wirklich Solistin bist.

SPEAKER_04

Das stimmt. Bevor wir weitersprechen, stellen wir die Jazzrausch-Bigband erstmal noch genauer vor. Und zwar in 30 Sekunden von Felix Tennbaum.

SPEAKER_01

Die Jazzrausch-Bigband wurde 2014 vom Posaunisten Roman Sladek in München gegründet. Alle Mitglieder studierten gemeinsam an der dortigen Hochschule für Musik und Theater. Der Name leitet sich vom ersten Club ab, in dem die Band Resident war, dem Rausch und Töchter. Schnell war klar, dass sich die Big Band nicht nur der klassischen Zwingtradition verpflichtet sieht, sondern weit über die Grenzen des Jazz hinaus agiert. So kam es unter anderem zu Kooperationen mit Rapperin Fiva und Reggaysängerin Sarah Lugo. Darüber hinaus hat die Band vor allem mit ihrer Mischung aus Techno und improvisierter Musik internationale Bekanntheit erlangt. Zusätzlich spielt sie aber auch Arrangements bekannter deutscher Weihnachtslieder. Die Jazz Rauschbickband ist seit 2018 beim Label Act unter Vertrag und veröffentlichte seit ihrer Gründung zwölf Alben. 2017 erhielt Roman Sladek mit der Jazzrauschbickband den BMW Welt Young Artist Jazz Award. 2021 wurde die Band für den Deutschen Jazzpreis nominiert.

SPEAKER_04

Stimmt das alles? Haben wir irgendwas Wichtiges vergessen?

SPEAKER_02

Ich darf mich aufrichtig für diese präzise Darstellung und gute Recherche bedanken. Ich würde sagen, sie toppt. So gut wie alle bisherigen Darstellungen.

SPEAKER_04

Das freut mich. Ich muss dazu sagen, dass ich persönlich auch Roman und Daniel und die Jazz-Rauschspiele schon sehr, sehr lange kenne. Wir haben ja auch ungefähr gleichzeitig mehr oder weniger in München an der Musikhochschule studiert. Roman, du hast zuerst Klassik studiert und dann noch Jazz hinterher, richtig?

SPEAKER_02

Richtig.

SPEAKER_04

Warum hast du zuerst Klassik studiert?

SPEAKER_02

Weil es leichter zu erzählen war, glaube ich. Das ist natürlich jetzt eine ganz große Antwort auf eine sehr konkrete Frage. Ich glaube, Menschen neigen grundsätzlich dazu, Jobs zu ergreifen, die leichter zu kommunizieren sind und nicht zwingend ein erfüllenderes Leben mit sich bringen. Und ich bin in Niederalteich aufgewachsen, das ist ein kleines Dorf in Niederbayer.

SPEAKER_04

Es ist ja mal den Menschen in Hamburg, wo genau das ist.

SPEAKER_02

Es ist ein kleines Dorf in Niederbayern, an der Donau, vor dem Bayerischen Wald. Da habe ich mich erstmal als Metal Drummer gefühlt und irgendwie mich auch selber irgendwie definiert und begriffen. Das war aber jetzt in dem Umfeld nicht unbedingt ein Beruf. Es gab ein musisches Gymnasium, auf das ich dann gewechselt bin und habe dort eigentlich mehr aus einer Notwendigkeit heraus Posaune gelernt oder aufgegriffen und durfte dann durch vermutlich ein bisschen gute Veranlagung, auf jeden Fall mehr als Fleiß, dort dann erfolgreicher werden im Posaunenspielen und durfte dann ein Jungstudium an der Musikhochschule anfangen und habe dort erstmal halt mit Klassik begonnen, weil das mein klassisches Blechblasinstrument lernt, um damit vielleicht in ein Orchester zu kommen und dort eine Festanstellung dann zu erreichen. Einen Lebensentwurf war, der einfach für einen selber und natürlich nach außen hin leichter zu kommunizieren ist, als zu sagen, irgendwie bin ich eigentlich Death Metal-Drummer aus dem Herzen, höre saugern Techno und irgendwie habe ich Bock, mit möglichst vielen Menschen was zu machen, aber eigentlich will ich gar nicht so zwingend Posaune spielen, sondern Musik machen. Und Posaune ist halt mein Vehikel und ob es jetzt eine Big Band ist oder ist mir eigentlich auch nicht so wichtig. Hauptsache es sind viele Menschen und es ist irgendwie relevant, was ich tue, wenn ich so einen Vortrag, den hätte ich zum einen nicht mit 17 halten können, zum anderen hätten alle gesagt, ob ich einen Schluck Wasser haben will. Und was gestern Abend vielleicht los war. Was war gestern Abend los? Deswegen glaube ich, es ist so ein Stück für Stück Erkenntnis, die man halt für sich gewinnt, warum mache ich das eigentlich und was von dem, was ich tue, sind Vehikel, die für ein anderes oder ein größeres Bedürfnis dahinter stehen. Und um wieder ein bisschen konkreter zu werden, Klassik, Posaune als Orchesterinstrument zu studieren, bringt natürlich eine unglaubliche Ausbildungsqualität mit sich auf dem Instrument. Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass viele Studienkolleginnen und Kollegen aus einer anderen Motivation heraus Musik machen. Die wollten wirklich Posaune spielen und die wollten wirklich auch diese Literatur spielen und die wollten auch diesen ganzen Orchester-Vibe irgendwie so mit weiter tragen. Und das habe ich gemerkt, das sind Sachen, die mich eher irritieren, sage ich mal. Und hab dann gemerkt, okay, Ausbildung exzellent, Riesenprivileg, will und werde ich auf jeden Fall abschließen. Und habe dann eben pädagogisches Diplom und künstlerisches Diplom, Klasse gemacht, habe aber dann schon gemerkt, okay, die Leute, die ich irgendwie interessant finde, sind eher im Rock, Pop, Jazz-Bereich, sagen wir mal in der kreativenden, selbstschaffenden Musik tätig und hab da gemerkt, okay, nee, da will ich irgendwie wieder hin und studiere deswegen des auch nochmal mit und hab dann darüber hinaus noch gemerkt, dass ich aber nicht nur, sagen wir mal, Noten oder Musik irgendwie mitgestalten will, sondern mehr Verantwortung haben will und übernehmen können will, damit ich nicht so abhängig bin von anderen Leuten, die sagen, ja, hast du an dem Termin Zeit und spielst du mal bitte das, sondern dass ich meine eigenen Träume und Visionen ein bisschen besser verwirklichen kann, dass ich mir denke, okay, das finde ich irgendwie ein spannendes Thema, das finde ich spannende Musikerin und Musiker, das finde ich einen spannenden Komponisten, das finde ich eine spannende Location. Ich würde gerne diesen Bruch in der Location irgendwie erstellen. Und habe aus diesem Grund dann noch Kultur und Musikmanagement studiert, um die Sprache ein bisschen besser zu sprechen. Nicht um wirklich Kultur- und Musikmanagement zu betreiben, sondern schneller auf das zu kommen, was ich irgendwie eigentlich machen will. Und nach diesen vielen Studien und Abschlüssen würde ich sagen, mache ich halt wieder das, was ich vielleicht als 15-Jähriger gerne machen wollte, nur muss ich es jetzt niemand mehr rechtfertigen oder klären. Und da gehöre ich selber wahrscheinlich auch dazu.

SPEAKER_04

Daniel, bist du von Anfang an bei der Jazz-Rauschpik dann schon dabei gewesen seit 2014? Ja. Du bist Lead-Altist in der Band, muss ich noch für die Hörer und Hörerinnen dazu sagen. Und du warst auch die ganze Zeit dabei. Du bist auch nie aus der Band raus.

SPEAKER_00

Nein. Ich bin seit dem ersten Konzert im Rausch und Töchter, was ich heute noch weiß, wie es war, weil es sehr beeindruckend war. Erzähl mal. Das Rausch und Töchter war ein Mini-Club, wo gerade die Big Band reinpasst hat. In München. In München, genau. Und ein paar Leute. Und wir hatten alle so krass Bock auf Big Band spielen. Und nachdem Roman dann angerufen hat, gab es eigentlich gar nichts zum Überlegen. Auf jeden Fall wollte ich mitspielen.

SPEAKER_04

Was habt ihr für ein Programm gespielt bei dem allerersten Konzert?

SPEAKER_00

Beim allerersten Konzert waren es eigentlich Swing-Klassiker von Count Basie. Genau, die uns allen Spaß machen und die alle können. Das war eigentlich die Grundidee. Dass man nicht irgendwas spielt, sondern halt das, auf was man Bock hat und das, was alle können. Und da wir natürlich alle fertig mit dem Studium waren oder gerade nur mittendrinnen, waren das die Songs, die natürlich am besten gingen.

SPEAKER_04

Und wie ist es dann dazu gekommen, dass ihr diese Techno, diesen Techno-Schwerpunkt gefunden habt? War das, Roman, war das deine Idee oder hat jemand von außen was geschrieben und gesagt, könnt ihr das mal ausprobieren?

SPEAKER_02

Ist aus einem organischen Prozess heraus entstanden. Ich habe privat einfach sehr gerne Domerischen Techno gehört. Vermutlich, weil es eine synthetische Musik ist, die nicht so von Menschen aufgeladen ist. Das genieße ich sehr daran, dass es eben synthetische Musik ist. Und vielleicht auch gar nicht immer Musik so im Vordergrund, sondern ganz viel Sounddesign. Das beruhigt mich einfach sehr. Das habe ich gern gehört und mich hat es immer schon interessiert, Sachen, die ich aus vielleicht einer geistigen Motivation heraus oder einem Reiz machen will, mit was zu verbinden, was mir aber auch einfach nur Bock macht. Das heißt, Sachen, die ich im Studium lerne, mit dem zu verbinden, was ich vielleicht privat höre, weil es nicht immer dasselbe war. Und dann gab es so Sessions, die ich angezettelt habe, weil ich mir bei dieser Konzertreihen Ragentöchter, die habe ich gegründet, weil ich der Überzeugung war, dass es, wenn es mir nicht gelingt, gleich andere Leute für das zu begeistern, was ich mache, dann wird es eh nichts. Aber ich habe nicht darauf gehofft, dass irgendwelche Generationen, Bands oder sonst was vor mir schon mal irgendwo Publikum aufgebaut haben, vor das ich mich dann auf eine Bühne stellen darf und das finde ich dann gut, dass ich da auf der Bühne stehe und das mache. Das konnte ich damals vermutlich noch nicht so präzise formulieren, aber ich habe irgendwie das Bedürfnis gehabt, gleichaltrige Leute mit dem zu begeistern, was ich mache. Eigentlich eine sehr egoistische Motivation. Ich wollte da einfach dieses schöne Gefühl haben, dass ich was gerne mache und die Leute, die ich gerne mag, das auch gerne hören. Und dass man das leichter umsetzen kann in einem Club, wo Leute von sich aus schon hingehen und dann dort ein Vertrauen in den Club haben und dann vielleicht was Unvertrautes, was die Musik ist, leichter aufnehmen. Das habe ich irgendwie gespürt. Dass wenn die Location schon ungewohnt ist fürs Publikum und das andere Publikum, was dort auch hingeht, auch ungewohnt ist und die Musik, dann geht man einfach nicht hin und das würde ich genauso wenig machen. Deswegen wollte ich, da, wo sie sich wohlfühlen, hinkommen mit was, was sie noch nicht kennen. Und das wollte ich dann thematisch eben auch aufgreifen. Hab da auch erstmal Standardthemen, Blues, Rock, whatever Sessions irgendwie gemacht, aber eben auch eine Session, die hieß dann Metronomica, die sich mit elektronischer Musik irgendwie auseinandergesetzt hat. Und da haben wir dann verschiedene Jam-Sachen erarbeitet, hatten dann auch so ein kleines Improvisationsprojekt dazu aufgebaut.

SPEAKER_04

In welcher Besetzung war das dann?

SPEAKER_02

Das war irgendwie ganz wild zusammengesetzt. War schon Computer dabei, Gitarre, Schlagzeug, Posaune, weiß aber gar nicht, ob Bass dabei war. Also sehr, ja, würde ich mal sagen, doch charaktere motiviert zusammengestellt. Als jetzt eine sinnvolle musikalische Zusammensetzung. Und weil wir dann gemerkt haben, dass das sehr viel Spaß macht und sie einen großen Reiz hat, habe ich den Leonhard gefragt, ob er nicht Lust hätte, dieses Konzept oder diese Erfahrungen, die wir da gemacht haben, mal anzuwenden auf den Big Band Kosmos.

SPEAKER_04

Leonard Kuhn ist der Gitarrist in der Jazzrousch-Bigband, der auch die meisten Arrangements schreibt.

SPEAKER_02

So ist es. Und dann hat der Leonhard gesagt, ja, glaubt er nicht, dass es funktioniert?

SPEAKER_04

Wirklich?

SPEAKER_02

Aber er probiert es mal.

SPEAKER_04

Okay.

SPEAKER_02

Und dann hat er es probiert und sehr gut gemacht. Und dann haben wir es zum ersten Mal aufgeführt. Prague Calling. Den Leon hat mich gefragt, weil ich ihn einfach sehr nett fand, sehr interessant, eben aus diesen Metronomica-Sessions kannte. Und wir vorher, glaube ich, mal so ein Programm Munich Composers hieß es, gemacht haben, wo verschiedene Leute was geschrieben haben und der Leon hat einfach damals schon sehr schnell sehr einfach gesagt, ja klar, mache ich. Und dieser Geist irgendwie, den fand ich sehr spannend. Und dann hat er Pro Calling geschrieben, dann haben wir das aufgeführt im Rauschentöchter und da sofort gemerkt, dass das ein Moment entwickelt, was über das bisherige Gefühl hinausgeht, dass es eben eine Musik ist, die uns beim Spielen sehr fordert, die uns wirklich als Instrumentalistinnen und Instrumentalisten was abverlangt, aber das Publikum auch einfach eine Fetzen-Gaudi dabei hat und es richtig abfeiern kann. Und diese Mischung aus ist es irgendwie richtig gehaltvoll und es gibt wirklich eine Ursache für diese Wirkung, die es beim Publikum auslöst und ist nicht nur ein Effekt, ist was ganz Besonderes irgendwie in diesem Moment schon gewesen. Und dann haben irgendwie alle gefühlt, ja, lass da mal dranbleiben, lass das mal weiter versuchen und dann ist es immer weiter gewachsen.

SPEAKER_04

Es ist mir schon über die Jahre immer aufgefallen, dass ihr einfach von Anfang an so ein Team wart. Ihr ladet alle den Bus zusammen aus, ihr helft alle beim Aufbauen. Nach dem Konzert ist fast die ganze Band am Merch dann und Unterschreibtplatten auf der Bühne, dann hat die ganze Band eine Ausstrahlung nach außen und einfach, dass alle an einem Strang ziehen und alle Bock haben, den Leuten eine gute Zeit zu beschärmen und natürlich gut zu schweben. Und ihr ladet noch alle den Bus gemeinsam wieder ein. Ihr seid dann bestimmt auch noch alle an dem Hotel, mal später. War das von Anfang an so gewachsen oder auch für jemanden, der dann nicht Bandleader ist, sondern Teil der Band, war das von Anfang an so, dass klar war, wir müssen das hier zusammen irgendwie hinbekommen oder hat es da oft eine Ansage gebraucht, dass jemand sagt, so hey, das funktioniert nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen?

SPEAKER_00

Ich glaube, das war beides. Also wir haben A, haben wir relativ schnell gespürt, dass es nur geht, wenn alle da an einem Strang ziehen, weil wir natürlich ja auch eine Big Band sind. Das ist trotzdem nicht selbstverständlich. Ganz genau. Gerade deswegen ist es ja nicht selbstverständlich, also dass wir mit so vielen Menschen da abends Konzerte spielen dürfen. Ja. Hat es an sich auch schon diese manchmal schon Ansagen braucht, dass wir das alles so machen, weil natürlich große Bands Strukturen brauchen, weil sonst zerflattert das. Und Roman hat da eigentlich immer von Anfang an schon gut darauf geachtet, auch dass es immer eine Bahn kriegt. Andererseits, dadurch, dass halt auch alle Bock haben, hat man auch wenig drüber diskutieren müssen.

SPEAKER_04

Ja, es wirkt auch nicht so, als ob da Leute sich zu irgendwas zwingen würden, was gerade gemacht werden muss.

SPEAKER_00

Und der große Vorteil, dadurch, dass wir so viele Menschen sind, ist halt, dass jeder sich da ausleben darf. Also wenn mal einer keinen Bock auf den anderen hat, dann geht er halt zu einem anderen. Oder wenn drei irgendwie das machen wollen, dann machen die das halt so und so. Also das ist ein großes Geschenk von so einer großen Big Band. Dass die große Band das ausgleicht im Prinzip.

SPEAKER_04

Ja. Die Struktur bei euch in der Band ist ja so, ihr habt zwar natürlich eine Plattenfirma, aber entgegen dem immer noch weit verbreiteten Glauben kümmern sich Plattenfirmen nicht einfach um alles, was so eine Band macht. Und ihr habt auch eine Bookingagentur. Ich weiß nicht, ob die alle eure Konzerte organisiert oder nun einen Teil, aber ihr seid ja auch innerhalb der Band sehr stark strukturiert und organisiert. So auch, dass wenn mal jemanden nicht kann, dass jemand da ist, der sich um die Subs kümmert, dass jemand die Besetzung organisiert und dass auch die darum ein bisschen was aus der Hand genommen wird, weil du ja sowieso wahnsinnig viel damit zu tun hast, den ganzen Überblick zu haben.

SPEAKER_02

Also dieser Organismus, Jazzhaush Big Band, ist schon eine, glaube ich, wirklich sehr besondere Sache. Ja. Die kein Zufallsprodukt ist, sondern schon von allen gestaltet und koordiniert und geprägt ist. Ich glaube, das größte Glück, das es ja kurz angedeutet, ist, dass man ja egal niemanden dazu zwingen kann. Es gibt, glaube ich, ganz viele gesellschaftliche Zusammenhänge und Anstellungsverhältnisse und Abhängigkeiten, in denen Leute sich gegenseitig zu etwas zwingen. Ich habe die Jazz Hash Big Band eher als im Kosmos dann begriffen über die Jahre natürlich, und sie hat mir auch sehr viel beigebracht. Genauso wie die einzelnen Leute sich untereinander, ich, der Band und alle zusammen, aber eben auch die Jazz Hush Big Band mir persönlich, dass man nur ein Umfeld schaffen kann, was dann gewisse Früchte trägt oder gewisse Effekte oder Wirkungen nach sich zieht, und dass es mein Job ist, diese Rahmenbedingungen zu schaffen. Und die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass ich eigentlich nie ein konkretes Verhalten kommentieren müsste, sondern dass die Umstände auf völlig selbstverständlich und organische Weise dazu führen, dass alle den Bus ausladen, alle auf der Bühne zu 100% für sich brennen, für die anderen brennen, für die Musik brennen, für das Publikum brennen. Es ist völlig selbstverständlich, alle zu Merchandise gehen, weil das alle als Selbstverständlichkeit begreifen, als Notwendigkeit begreifen, und natürlich dann den Bus wieder beladen zusammen, weil jeder Koffer, den man nicht selber einlädt, ja jemand anderes einladen würde. Und warum sollte sie oder er das für einen tun? Und man dann danach einfach, wenn es vielleicht schon acht Stunden Fahrt war, irgendwie sieben Stunden Aufbau, Abbau, Konzert, es halt noch nicht reicht, was so schön ist, und man dann halt dann nochmal vier oder fünf Stunden an der Hotelbar sitzt. Und dass das aber passiert, weil das alle wollen und für notwendig halten. Und dass dieser Organismus einfach auf sich selbst sehr acht gibt. Und was dabei, glaube ich, auch im Verständnis hilft, ist, dass es in so einem großen Organismus nicht einen Zustand gibt. Es gibt Phasen, wo es wichtig ist, dass man sagt, das ist die Variante, die wir jetzt wählen. Egal, ob es auch noch zehn andere theoretisch gibt, wir müssen uns für eine entscheiden. Und die bestimmt jemand. Und dann gibt es Zustände, in denen niemand bestimmt, was jetzt gemacht wird, sondern das kommt aus der Band heraus und es ist nicht entweder oder, sondern es ist sowohl als auch. Es gibt einfach ein großes Pendel, was zwischen diesen Sachen hin und her schwingt. Und das zu akzeptieren, dass man nicht eine Variante wählt und sagt, ja, das machen wir jetzt halt so, und ich sage jetzt immer und überall, wie wir es machen, oder ich sage es nie, dass das nicht funktioniert. Und das klingt leichter, als es dann in der Durchführung manchmal ist, eben zu akzeptieren, nee, es ist nicht immer, ich sage nicht immer an, wie wir es machen, und der Leonhard sagt nicht immer, was wir spielen. Und irgendein erste Stimme in einer Instrumentengruppe sagt nicht immer an, so wird es gemacht. Aber es kann auch Phasen geben, wo das halt so ist. Und das dann in der Durchführung so zu leben, in Hinweis. Herzuwechseln das ist, glaube ich, die Herausforderung. Wenn einem das dann gelingt, dann ist das alles halt sehr schön. Aber es ist dann schon auch so eine gewisse Immunität in diesem Organismus oder wie in so einem Immunsystem, was natürlich schon darauf achten muss, okay, wo fängt jetzt an, was zu kippen, wo ist jetzt irgendwo was reingekommen, was jetzt irgendwie ein bisschen für Unruhe sorgt, da nicht überzureagieren, aber irgendwie das halt auch alles immer auf dem Schirm zu haben. Also es ist schon notwendig, dass alle die ganze Zeit hellwach sind, ob es der Jäzzer spickt als Ganzes gut geht. Und jedes Organ da halt für sich selber immer mithilft, aber auch mal krank sein darf. Und dann übernehmen halt andere Leute gewisse Funktionen, aber dass der ganze Körper irgendwie ja halt, dass es dem gut geht.

SPEAKER_04

Ein Punkt, den ich auch toll finde, weil ich gerade vor ein paar Wochen mit einer Musikerin aus dem Pop-Bereich darüber gesprochen habe, die aus einer Band quasi geworfen wurde, weil sie Mutter geworden ist. Und die mir auch bestätigt hat, dass das in der Popmusik durchaus ein Thema ist, dass sie nicht die Managements, je nachdem, wie bekannt jemand ist, nicht unbedingt freundlich dem gegenübergestimmt sind, wenn jemand halt ein kleines Kind hat und bei euch auch gestern, das waren, glaube ich, zwei kleine Kinder, sind mit euch gerade auf der Weihnachtstour unterwegs und ihr habt eine Nanny mit dabei. Auch das ist ein total toller sozialer Aspekt, der auch das bestätigt, was du gerade gesagt hast als Organismus. Und der Organismus hat sich halt dann gehen geändert, dass halt auch Kinder da sind. Und dass dann natürlich trotzdem darauf geachtet wird, dass die entsprechenden Eltern, Fetter und Mütter trotzdem mit auf Tour kommen können. Und auch das finde ich sehr erwähnenswert nach außen, weil das auch nicht selbstverständlich ist. Und ein Punkt, der ja bei euch auf den Konzerten sehr auffallend auch ist, ist, dass ihr euch auf jeden Fall Gedanken um Show-Elemente macht. Also dass ihr einfach die Leute animiert, jetzt bei dem Weihnachtsprogramm auch, aber bei dem Techno-Programm natürlich noch ein bisschen auf eine andere Art. Und da habe ich zum einen an dich, Roman, die Frage, ob das von Anfang an für dich klar war, dass das Teil davon sein muss oder ob du gemerkt hast, wenn wir jetzt so eine Musik machen, müssen wir irgendwas auch anpassen, weil eine Big Band, die Hörer und Hörerinnen kennen das bestimmt, ist normalerweise die Saxophone sitzen vorne, die Trompeten stehen oder sitzen dahinter, die Posaunen auch. Und es ist halt schon eher was Statisches, auch wenn es sehr viele Leute sind. Und das brecht ihr ja völlig auf. Hast du das von Anfang an mit reingedacht, dass sich das auch verändern muss mit der Musik oder kam das mit der Zeit?

SPEAKER_02

Das war, glaube ich, ein natürliches Bedürfnis, auch da sich nicht entweder oder zu entscheiden. Also, wie ich gesagt habe, ich will in eine Location gehen, wo junge Leute sind. Jetzt im Nachhinein kann ich natürlich schon eine sehr präzise Analyse davon abgeben, warum. Ich glaube, die Motivation, wie sich das entwickelt hat, war ein persönliches Bedürfnis, dass es einfach Spaß machen soll irgendwie und dass es ja auch gesehen werden muss. Inzwischen würde ich schon sagen, achten wir bei allem, was wir machen, drauf, dass es nie eine Wirkung ohne Ursache gibt. Also dass wir keine Effekte einsetzen zum Selbstzweck, um einfach irgendeine Show zu haben, sondern dass alles künstlerisch und emotional und auch als sozialer Kosmos der Band begründet ist, warum wir was machen, egal ob das der Strich ist, den wir im Gesicht haben oder ob es die Spielfreude ist, die wir da haben oder warum wir auf der Bühne irgendwann rumschreien müssen, weil wir es so geil finden. Dass es keine Sachen sind, lass mal überlegen, wie kriegen wir eine geile Show hin, aber schon, wie bringen wir unsere Liebe zur Musik, zum Ausdruck, und zwar so, dass es das Publikum nachvollziehen kann. Weil es meiner Meinung, meiner persönlichen Meinung, glaube ich, nicht reicht, auf eine Bühne zu gehen und darauf zu hoffen, dass die Leute einen dafür bewundern, im Publikum, dass man auf dieser Bühne steht und man nur bewundert werden möchte für das, was man tut. Da sehe ich für mich persönlich keine Notwendigkeit darin. Da muss ich es nicht auf einer Bühne machen, sondern kann ich es auch im Überzimmer weitermachen, was auch völlig okay ist. Also sobald ich auf eine Bühne gehe, wird die zur Bühne, weil ein Publikum davor sitzt. Und mir zu überlegen, warum denn jemand das anschauen und anhören sollte, was wir da machen, wenn man sich die Frage dann ein paar Mal stellt, merkt man, okay, nur weil ich jetzt vielleicht eine gute Posaunen-Artikulation habe oder nicht, oder weil mir der Ton ein bisschen zu tief geraten ist oder genau richtig, wird vermutlich nicht der einzige Grund sein, warum er kommt oder nicht, sondern es ist ein größerer Zusammenhang. Das ist dann auch der Grund gewesen, warum ich mir überlegt habe, in welchen Spielstätten führen wir denn was auf, wo möchte ich stattfinden, um auch eine gewisse Reichweite zu erreichen. Und einfach dieses Bewusstsein fürs Publikum, dass die genauso mit den Augen hören und dass die genauso mit ihrem Körpergefühl die Musik wahrnehmen, wo sie sitzen, wo sie hingehen, was sie dort sehen, wen sie dort sehen, dass es einfach ein Konzert, ein größerer Zusammenhang ist. Für mich persönlich. Da gibt es andere Ansichten und auch andere erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Beispiele. Aber ich für mich als Roman habe das halt festgestellt, ich will sehr gute Musik spielen, die immer eine Begründung hat in dem, was sie macht. Aber ich will nicht nur Posaune spielen, nicht nur Musik spielen, nicht nur in einer Band. Und ich war auch persönlich nie ein Fan von Big Band. Und mich hat Big Band nie fasziniert. Ich war immer sehr kritisch und dachte mir, okay, Big Band finde ich als soziales Projekt sehr spannend, weil mich das selber einfach sehr fordert, weil das sehr unterschiedliche Menschen sind, die da stattfinden. Und es ist ein, bringt eine gewisse künstlerische Flexibilität mit sich. Man kann eben Weihnachtslieder mit Swing spielen, man kann irgendwelche Hip-Hop-Sachen spielen, man kann irgendwelche Techno-Sachen spielen. Du kannst als bestehendes Ensemble inhaltlich verschiedene Sachen ausarbeiten. Das fand ich spannend. Aber ich habe mir jetzt nie eine Big Band angehört oder angeschaut und dachte mir, wow, wie geil, das würde ich auch gerne machen, sondern dachte ich mir wie alle anderen auch, wow, wie langweilig, ist vielleicht nichts für mich. Klingt weder irgendwie geil noch sehen die Leute aus, als hätten sie Freude dabei, was sie machen, warum sollte ich mir das anhören? Und aus dieser Skepse raus zu sagen, okay, wenn wir aus inhaltlichen Gründen sagen, ja, Big Band ist ein sehr schlüssiges Format, dann müssen wir aber einiges dafür tun, dass wir diese Liebe zur Materie vermittelt bekommen. Und je anspruchsvoller die Musik ist, egal wirklich, ob es Classic, Zeitstrahl viel weiter hinten ist, or jetzt neue Classic, die man Jazz nennen könnte, halt einfach Musik, die vorne am Zeitstrahl entsteht, when the sehr anspruchsvoll is, then muss man auch sehr gut vermitteln. Man muss communicieren mit dem Publikum. And that Musik zur Liebe vermittelt wird, and nicht that man sagt, ja, eigentlich will ich ja nur Musik machen, warum muss ich jetzt auf der Bühne fröhlich aussehen, oder warum müssen wir nachher am Merchandise-Stand kommen, wir haben doch gerade geil gespielt, reicht das denn nicht? Sondern dass man es wegen der Musik so vermitteln muss, and then hat man eben dieses unglaubliche Glück, und was Schöneres kann ich für mich gar nicht feststellen, dass man eine Sache, von der man überzeugt ist, mit Menschen, von denen man überzeugt ist, für Menschen macht, von denen man überzeugt ist, an Orten, die man irgendwie interessant und spannend findet. Und wenn es das nicht wert ist, sich irgendwie Gedanken zu machen, wie man kommuniziert mit dem Publikum, dann wüsste ich keinen übergeordneten Wert mehr für mich. Dann muss man es vermutlich bleiben lassen.

SPEAKER_04

Ja. Hat euch das, Daniel, als Musiker in der Band auf dem Weg, ich meine, ich glaube, dass Roman schon von Anfang an auch jemand war, der seine Vision klar vermitteln konnte nach außen und der auf jeden Fall dran geglaubt hat. Aber hat euch das manchmal auf dem Weg selber überrascht, was da eigentlich passiert? Auch wir haben früher schon viel Big Band zusammengespielt, auch im bayerischen Landesjungen Jazzorcast, auch noch da sind wir gesessen vorne. War das für dich manchmal komisch, dass du da jetzt auf einmal vorne stehst und dass ihr auch tanzt und dass das einfach eine ganz andere Art ist. Ich weiß, ich erinnere mich, ich glaube, es war mit 2021, als ich euch bei Jazz Baltica gehört habe, da hatte ich vorher gespielt und stand dann am Bühnenrand und auch da war große Open Air-Fläche bestuhl, die Leute saßen und im Laufe eures Konzertes sind die ersten so vorsichtig aufgestanden und ich weiß auch, dass Roman dann irgendwann gesagt hat, es überrascht euch jetzt selbst, dass ihr das so geil findet. Und die Leute waren so total so, was passiert hier? Ich kann mir vorstellen, dass das auch in der Band zum Teil passiert ist, dass ihr überrascht wartet.

SPEAKER_00

Auf jeden Fall. Aus meiner Sicht war, also ich habe immer gern Big Bang gespielt, wollte aber das nicht so machen, wie es so gemacht wird. Also das war für mich der Anreiz, überhaupt mit der Chesser aus Big Band zu spielen, weil ich da gespürt habe, dass wir das anders machen wollen. Es ist zwar genauso losgegangen, aber es hatte schon von Anfang an einen anderen Touch irgendwie. Es war spannend. Dann eben der Übergang zu, wir spielen jetzt Techno. Ich hatte vorher keine Berührung mit Techno. Ich habe in der siebten Klasse irgendwie entschieden, dass ich Jazzaks vernischt werden will. Und genau, dann kam Roman daher und sagte, wir machen jetzt Techno. Und auch dann fand ich es spannend. Das, was da jetzt daraus waren, ist natürlich der Wahnsinn. Aber es hat sich entwickelt. Dass wir stehen, gehört da genauso dazu, weil es natürlich tanzbare Musik ist. Wir können ja nicht tanzbare Musik machen im Sitzen. Wie genau der Strich, wie das Outfit, wie wir auf der Bühne sind, dass wir natürlich Spaß haben auf der Bühne. Weil wenn wir es nicht haben, wie sollen wir das dem Publikum denn dann zeigen, dass sie jetzt auch bitte Spaß haben sollen?

SPEAKER_04

Auch dass sie es dürfen. Ich meine, manche Leute sind ja das im Jazzbereich überhaupt nicht gewohnt, dass sie sich bewegen dürfen, dass sie sich vielleicht auch was zu trinken holen dürfen, dass sie aufstehen dürfen, dass sie rufen dürfen.

SPEAKER_00

Absolut, ganz genau. Und auch, dass man eben halt dann diese verschiedenen Programme auch hatte irgendwie. Wir haben ja dann Zeitlang mal das Hip-Hop-Programm gemacht, dann eben die Reggae-Geschichte oder auch mit anderen Komponisten zusammengearbeitet. Es war wirklich immer spannend, immer neu und das war für mich eigentlich der Punkt, warum es immer reizvoll war.

SPEAKER_04

Dann kommen wir jetzt doch nochmal zum Weihnachtsprogramm. Das ist ja jetzt die Weihnachtsfolge. Wie kam es denn dann dazu, ein Weihnachtsprogramm zu spielen? War das eine Idee aus der Band? War das eine Idee von Act oder Roman war auch das ein Traum, dass du dir dachtest, irgendwann machen wir doch mal ein Weihnachtsprogramm?

SPEAKER_02

Ist ja ganz profan. Wir haben uns im März gegründet, dann erstmal bestehendes Material gespielt, ein paar Konzerte, und dann war Dezember und ich habe schon gemerkt, ich will irgendwie auch eigene Programme spielen. Also 2014 sind wir da und das Weihnachtsprogramm entstand vor dem ersten Techno-Programm.

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_02

Also ich wollte einfach konzeptionell Themen bearbeiten. Und im Dezember ist natürlich das Weihnachtsthema einfach da. Und auch da zu schauen, wo hat man in Form einer Melodie, die anbekannt ist, einen Treffpunkt, wo man sich untereinander und mit dem Publikum trifft und von dort aus dann woanders hingeht, im künstlerisch übertragenen Sinne. Wie es beim Techno halt vielleicht. Der Rhythmus, der Kickdrum, irgendwas ist, das ist vertraut. Das ist der Treffpunkt, das ist die Bushaltestelle. Und dann, weil alle wissen, wo wir starten, fahren wir dann gemeinsam wohin, wo keiner weiß, was passiert. Und das war mit dem Weihnachtsprogramm damals einfach so. Es hat sich angeboten und hat das als erstes das Bedürfnis befriedigt, eigene Sachen zu bearbeiten, zu eigenen Bedingungen. Und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen, weiß ich nicht, konstruiert, aber ganz organisch würde ich sagen, ist Swing und Techno wirklich dasselbe in dem, was dahinter liegt. Es ist halt konzertante Tanzmusik, die wir da aufführen, zu der man sitzen bleiben kann, wenn man möchte, und die man im Liegen anhören kann und genügend findet, aus einer reinen Triggern fürs Gehirn. Aber man kann auch einfach aufstehen, dazu tanzen und muss nicht verstehen, was gerade dahinter passiert. Man kann aber die Wirkung einfach genießen, die es hat. Und deswegen ist es auch, was auf der Bühne passiert, inzwischen, zwischen einem Techno-Konzert und einem Syn-Konzert, kein Unterschied mehr. Wir feiern das ab wie die Irren auf der Bühne und beim Publikum hat es auch nicht sehr lange dauert, damit es eine sehr ähnliche Tendenz annimmt. Bei den Techno-Konzerten ist das Tempo und die akustische Übertragung nochmal ein bisschen tanzbarer. Deswegen ist der Schritt aufzustehen, egal ob man es schon kennt, mag oder nicht, noch kleiner. Einfach so, okay, in dem Tempo kann ich mich einfach zu diesen nachvollziehbaren Rhythmen sehr gut bewegen. Das ist beim Swing einfach ein bisschen komplexer, würde ich sagen, weil es mehr Tempo, Tempiwechsel und so weiter drin hat. Aber auch da würde ich jetzt mal erhoffen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das da auch passiert. Und wir haben in Innsbruck im Treibhaus das in einem richtigen Club-Kontext gespielt. Es waren eine richtige Clubbühne, unbestuhlt und es waren sau viele junge Leute, weil vermutlich einige davon dachten, ah ja, Jesser Spickman Techno war schon ein paar Mal da, finde ich sehr geil, gehe ich wieder hin. Und dann haben die auf einmal Odo Fröhliche gehört und Klingelöckchen, Klingelingelingen. Und aus dieser interessanten Irritation heraus ist es dann im besten Sinne eskaliert, dass da einfach so viele junge Leute das richtig gefeiert haben, sich gefeiert, die Band gefired, irgendwelche ultra langen Jazz-Soli genossen haben, und da war das schon, würde ich sagen, ein sehr besonderer Moment auf dieser Tour, weil das war wie es war wie ein Zeitsprung, dass man das Gefühl hatte, okay, so hat sich das angefühlt, was man ständig aus irgendwelchen Anekdoten vielleicht kennt. Brauche ich dir nicht erzählen. In diesem Jazz-Studium läuft ganz viel über Anekdoten, was mich ganz oft irritiert hat. Irgendwelche Geschichten von anderen Leuten haben mich immer grundsätzlich weniger interessiert, als das, wie es halt jetzt gerade vorne im Zeitstrahl aussieht und wie halt die Leute um mich herum, was halt die jetzt machen können und nicht, was mal jemand gemacht hat. Aber da in Innsbruck im Talboss zu stehen, diese Swing-Big Band-Musik zu spielen, vor lauter gleichaltrigen Leuten, die das Ultra abfeiern, so hat sich das vermutlich angefühlt, als diese Musik auch diese Wirkung hatte, von der jetzt immer noch alle Studiengänge und dieser Begriff irgendwie diese Relevanz beziehen, obwohl diese Wirkung heutzutage einfach nicht mehr so stattfindet. Also dieses Berufen auf die Vergangenheit.

SPEAKER_04

Ja, das ist ja ein ganz wichtiger Kulturtransfer, den jeder quasi in die Echtzeit bringt. Weil also auch für uns, die oder für alle, die mal Musik studiert haben, die kennen das bestimmt, dass man verbindet das mit so einem Lifestyle von früher, so wie das war, als Swing quasi Mainstream-Musik war. Und das aber zu nehmen und das in die Heutezeit zu transportieren, ohne dass man dann zum Beispiel Klamotten aus den 60ern trägt und das wie so eine Revue-Show auffüllt, sondern das einfach ins Heute zu nehmen, ist eine total große Kunst. Und insofern leistet ihr ja auch dem Jazz als solchen einen total großen Dienst, weil dir das einem Publikum auf eine heute Art näher bringt.

SPEAKER_02

Das ist natürlich ein großes Lob, wenn du das so aussprichst. Wir haben auf jeden Fall die Motivation, einfach halt notwendig und relevant zu sein. Und das bist du nicht, weil jemand sagst, das hörst du jetzt lieber mal an, damit du es gehört hast. Sondern nur wenn jemand ins Konzert geht und sagt, es geht mir nach dem Konzert besser als vorher. Ich habe das als notwendig empfunden, ich habe das als bereichernd empfunden. Und dann eben auch, also diese ganze museale Aufführungspraxis ist ja auch völlig okay. Deswegen gibt es ja auch Museen für alle Formen of Kunst and Kultur. Das ist halt eine persönliche Entscheidung. Es hat mich nie interessiert, Museumswerter zu werden. Ich wollte nicht Archivar werden, ich wollte nicht, weiß ich nicht, Pfleger von irgendeinem Bestand sein. Sondern ich wollte halt im Zeitstrahl vorne was machen. Das respektiert es, dass es diese musealen Kontexte gibt, aber es hat mich nie interessiert, was vor 40 Jahren jemand gemacht oder nicht gemacht hat. Das nehme ich natürlich zur Kenntnis und es hat mich auch geprägt, aber faszinierend tut mich, was ich jetzt halt mache und was wir machen können und wie das Publikum, was jetzt lebt, tickt und funktioniert. Und dann den Jazz wirklich als letztlich das Leben zu begreifen, weil er halt einfach die Möglichkeit bietet, Bezug zu nehmen auf das, was um einen herum passiert und halt das ganz, ganz, ganz große Glück hat, nicht sich irgendwelchen Aufführungspraktiken unterwerfen zu müssen, wie man was irgendwie gespielt hat. Weil das, was die früher als Beethovens und Mozarts und Bruckners komponiert haben, haben sie halt auch zu der Zeit für die Räume mit den Leuten und dem Publikum aus unterschiedlichen Motivationen, aber halt zu deren Zeit komponiert. Und diese Zeit wirkt halt heute nicht mehr. Es ist eine andere Zeit. Und es ist ja auch wunderschön so, dass er sich immer verändert. Deswegen muss ich halt Bezug machen, die zu meiner jetzigen Zeit stattfindet. Und da glaube ich, funktioniert dieser Transferversuch so zu tun, inwiefern Beethoven heute noch relevant ist. Und das kann ich mit Überzeugung sagen, auch wenn wir selber ein Beethoven-Breakdown-Album rausgebracht haben. Wie muss ich ein Orchester irgendwie Hip-Hop-Cappys aufsetzen, damit es relevanter ist? Das ist unglaublich unnötig und auch eine sinnlose Energie, die man verbraucht. Man kann einfach Komponisten fragen, die wissen, wie heute der Zeitgeist ist, welche technischen, akustischen Möglichkeiten man heute hat und wie man aus dieser organischen Kraft heraus die Musik einfach jetzt gestaltet. Und da bietet der Jazz als Struktur auf sein Umfeld Bezug zu nehmen, einfach wunderbare Möglichkeiten und die Möglichkeiten. Und dann ist es aber auch der Jazz nicht mehr als musealer Begriff and ein Rückblick auf eine damalige Aufführungspraxis. Und wird dann in dem Moment auch als Genrebegriff unnötig, sondern es ist eher ein struktureller Begriff. And in dem Moment wandern natürlich alle Cellisten und klassisch ausgebildeten Musiker genauso in diesen Begriff hinein. Wenn man einfach sagt, wir machen halt Musik, die aus dem heutigen Kontext entsteht und wird da aufgeführt mit all diesen Möglichkeiten. Und da ist, wenn man eben, dann muss man sich diesen Begriff Jazz auch irgendwie gar nicht sagen, oh, meine ich jetzt vielleicht, sondern da kannst du glücklicher gar nicht sein, wenn du in diesem Context, wenn du es begriffen hast, worum es strukturell geht. Weil wenn du ansonsten nur diese historische Aufführungspraxis pflegst, dann würde ich mich auch nicht als Jazz-Musiker beschreiben, weil dann ist man auch museumswerter oder Archivar.

SPEAKER_04

Ja, die Überlegung hat auf jeden Fall noch auch, finde ich, in der Jazz-Szene oder in der Musikszene, wie groß man das auch immer sieht, sehr viel Relevanz, weil man darf auch nicht vergessen, dass uns allen, sei es in klassischen Konzerthäusern, in Theatern, in Jazzclubs. Schon vor Corona ist unser Publikum ja immer ein gutes Stück älter geworden und nicht so viele junge Leute sind zum Teil nachgekommen und nach Corona haben wir zum Teil ja auch das Problem, dass die Leute einfach sich noch nicht wieder dran gewöhnt haben, in Veranstaltungsorte zu gehen. Und die Frage ist natürlich, was ist eigentlich der Zeitgeist heute oder wie kann ich Musik erlebbar machen für Leute? Und da ist das auf jeden Fall eine mehr als relevante Frage, die sich auch zu stellen. Und ich finde, das sollten sehr viel mehr musikschaffende Menschen tun.

SPEAKER_02

Ist ja auch so. Und was, wo man, glaube ich, am ehesten die Möglichkeit hat, was zu kritisieren oder in Frage zu stellen oder anzunehmen, ist natürlich die eigene Berufsgruppe.

SPEAKER_03

Yeah.

SPEAKER_02

Weil ich da am ehesten auch sehen kann, wie wir so ein bisschen ticken. And auch nochmal auf deine Andeuting between Label, Verlag, Promoter, Veranstalter. Musikerinnen und Musiker must selbst viel mehr for Anton. And zwar for them and the public. Not iron learning, what I'm ironic on basis of iron anecdotes and historical contexts, and then hopefully, okay, when it's so much, then I'm bewunded, in growth or in clear. And darauf to hope that a marketing agent or even a label or even a booker for an afghan, that man aber selber must be able to in this communication to trade with a public is the haupterkenntness, these verantworting to übernehmen and not unausgesprochen, that man bewundert would. While Gott sei Dank funktioniert das in nur sehr wenigen Fällen. And in those fällen, where they bewundert werden for it, have they all was dafort getan in the regel. And I glauced feel about Wissen, Erfahrungen and Mutzuten and saying, Nee, ich muss mich selber darum bemühen, ob das Publikum... Jetzt kommt bei meinem Concern and I must vielleicht selber mal I can ja im kleinen Anfang, man muss ja nicht damit anfangen, die Isa-Philomie to meet and to say, okay, jetzt probiere ich es einfach mal. So, man kann auch mal sagen, I meet a client club and self then in besit the verantworting, but also der Möglichkeiten to entscheiden and to gestal, ob this funktioniert or not. And then merkt man natürlich, when man viele von diesen Sachen selber gemacht hat, das auch alles ein bisschen entmystifiziert wird. Weil natürlich von dieser Unkenntnis, dieser Angst, auch natürlich Leute passiv oder aktiv profitieren. Zu sagen, nee, nee, machst du mal keine Genau, ich mach das für dich. Also nicht, dass da die Leute irgendwie eine negativen Motivationen dahinter hätten. Aber davon lebt es natürlich, von einer gewissen Unkenntnis zu sagen, ja, dann machst du ich halt für dich. Oder ich hab da keinen Bock drauf, kannst du es für mich machen. Und auch sich immer zurückzuziehen, naja gut, ich bin halt Musiker geworden und kein Steuerfachanwalt oder kein Veranstalter. Das muss nicht jeder alles können. Aber aus einem, sich einfach aus Eitelkeit und Faulheit darauf zu beziehen, sage ich, ja, nee, mach nicht, machst du mal für mich und sich dann darüber zu beschweren, glaube ich, es wird mein Eindruck, funktioniert nicht so oft so gut. Und selber mal das zu machen, um auch ironischerweise dann, wenn es andere Leute für einen machen, dankbar zu sein. Aufrichtig dankbar zu sein, dass es ein geiles Label gibt, die eine geile Arbeit machen, wenn sie das denn tun, ist ein viel schöneres Gefühl, als zu sagen, naja gut, wahrscheinlich machen sie eine gute Arbeit, aber eigentlich habe ich auch gar keine Ahnung davon, ob sie gut ist oder schlecht ist, aber ich hoffe mal, sie werden da irgendwas machen, weil ich will es irgendwie nicht machen. Und dann geht es bei Book und Veranstaltung weiter. Und das war in der Twershausspiele schon eine frühe Motivation, aber auch eine Notwendigkeit. Das hilft natürlich so viele Leute zu sein, weil wenn du schon zu 20. auf der Bühne stehst und dann nochmal zehn Leute irgendwo anders, die alle mitessen in der Nahrungskette, dann muss man nicht besonders hell sein, um zu merken, okay, dann wird es wirklich schwer. Und wenn man sagt, wir wollen nicht nur Musik machen, einfach aus Spaß oder aus Langeweile, sondern auch, dass ich davon und da mitleben kann und dass ich damit wirtschaftlich auskommen kann, und das war eine frühe Motivation von mir, wird irgendwann klar, okay, wenn wir jetzt zu 20 auf der Bühne stehen, dann reichen nicht 20 im Publikum, sondern dann müssen immer wieder mal 2000 im Publikum sein. Damit das funktioniert. Und dann kann ich mir die Frage stellen, will ich, dass wirtschaftlich funktioniert, ja oder nein? Nein, kann ich sagen, okay, dann mache ich einfach immer Mörder. Wenn ich sage ja, dann ist eine schnelle Erkenntnis, es geht ja gar nicht anders. Und das hat ja auch was total Befreiendes zu merken, es ist keine Frage, die sich stellt, mehr, ob ich die Mufferthalle oder weiß was ich was selber mit muss, sondern es ist klar, dass ich es tun muss, wenn es für uns alle wirtschaftlich auch funktionieren soll. Und da lernt man natürlich irgendwie viel und befreit sich irgendwie selber von diesen mystischen Unkenntnissen und Ängsten und Hoffnungen, die aber gar keine Sinn. Und man nimmt einfach selber Verantwortung und kann dadurch gestalten. Und dann ist das ein total wunderschönes Gefühl.

SPEAKER_04

Wir sind schon sehr weit fortgeschritten, aber ich würde gerne noch wissen, wie so euer Ausblick auf das Ende des Jahres. Ich meine, wir haben heute Aufnahmetag, 20. Dezember, ihr habt noch zwei Tour-Konzerte vor euch in Hannover und in München. Ihr spielt zu Silvester auf Schloss Ellmau, ganz im Süden. Wie ist der Ausblick? Gibt es irgendwas, was ihr den Hörern und Hörerinnen für nächstes Jahr noch mitgeben möchtet, was sie sich unbedingt schon mal vormerken sollen? Außer, dass ihr auch noch eine eigene Immobilie in München miteröffnen werdet.

SPEAKER_02

Das Bergstong Kundkraftwerk in München läuft schon ein sehr spannender Ort für uns, weil er das, was wir als Big Band irgendwie vieles von dem, was ich beschrieben habe, jetzt übertragen auf ein ganzes Gebäude, in dem wir Teil einer neuen großen Familie werden dürfen. Und ansonsten würde ich für mich eigentlich genauso wenig wie für das Publikum irgendwelche konkreten Hinweise geben, sondern.

SPEAKER_04

Die Homepage kannst du zumindest nennen, dass die Leute sich da mal umgucken konnten.

SPEAKER_02

Da stehen professionellerweise, glaube ich, null Termine für 23, obwohl es etliche gibt. Das wäre dann www.chazzrauschbigpan.de. Ich glaube, wenn jeder und jeder darauf achtet, dass es einem selbst gut geht, nicht auf Kosten anderer, sondern irgendwie mit anderen, ist allen geholfen. Und wenn Musik und Konzerte dazu beitragen dürfen, dass es einem selber gut geht, dann ist es total empfehlenswert. Und wenn wir als Jazz aus Big Band da bei unseren vermutlich wieder sehr zahlreichen Konzerten in 2023 Teil dieses schöneren Lebens sein dürfen, dann freuen wir uns. Und da kann ich vermutlich die Empfehlung aussprechen, kommt zu einem Big Band-Konzert, weil den wenigsten Leuten ging es nachher schlechter als vorher, sondern eher besser. Und wo das aber dann ist, zu welchem Thema, in welcher Stadt, in welcher Location, da müssen wir unser ganzes Leben ja eh mal irgendwie alles zusammenrumpeln und dann geht es doch nicht und dann geht es schon und dann schaut er halt eine Woche vorher rein. Und wenn das schon sechs Monate vorher wissen wollt, dann werdet ihr auch ein Konzert finden, wo das so ist. Aber wenn jeder ein bisschen auf sich achtet, dann kann man auch auf die anderen leichter achten. Und dann geht es uns allen irgendwie besser.

SPEAKER_04

Heute Abend habt ihr auch direkt noch Weihnachtsfeier in Hamburg.

SPEAKER_02

Wir haben Jazzrauschbig, Ben Weihnachtsfeier in Hamburg, ja. Spannend bin ich mal für gerne.

SPEAKER_04

Also zum Zeitpunkt der Ausstrahlung wird die Weihnachtsfeier schon vorbei sein, aber vielleicht kann sich jemand daran erinnern, euch irgendwie auf der Schanze nachts noch gesehen zu haben.

SPEAKER_02

Ja, ja. So ist es.

SPEAKER_04

Da wünschen wir euch auf jeden Fall viel Spaß. Und auf jeden Fall, Daniel, möchtest du auch noch was zum nächsten Jahr sagen, deinen Ausblick? Oder gibt es was, was du Oman schon immer mal fragen wolltest und jetzt hier den offiziellen Anlass dazu hast?

SPEAKER_00

Nein, gibt es im Moment nicht.

SPEAKER_04

Ihr sitzt ja auch seit zwei Wochen im Bus mit der Überzeugung.

SPEAKER_00

Ganz genau, wir haben einiges schon besprochen in den zwei Wochen, in den letzten neun Jahren haben wir auch einiges miteinander besprochen. Ich glaube, man kann sich sicher sein, die Jazz or Spickband-Konzerte sind immer spannend und es passiert immer irgendwas Neues. Deswegen kommt es einfach vorbei. Lasst euch überraschen. Lasst es euch manchmal irritieren.

SPEAKER_04

Ja, lasst euch einfach mitnehmen.

SPEAKER_00

Genau, und mitnehmen.

SPEAKER_04

Aufgeschlossenheit ist ja heutzutage auch eins der höchsten Güter, die man sich wünschen kann, weil wir alle so sehr voreingenommen sind von der Welt um uns herum. Insofern ist das doch ein schönes Schlusswort für diese Weihnachtssendung mit der Jazz-Rauschwickben. Ihr hört euch jetzt hoffentlich über die Feiertage alle die beiden Alben an, die kann man natürlich kaufen auf eurer Homepage, die kann man auch streamen. Die heißen Still, Still, Still und alle Jahre wieder. Sind bei Act erschienen. Ihr könnt natürlich auch die Techno-Alben hören, auch für Silvester zum Beispiel, falls ihr zu Hause was plant und Leute einladet, das funktioniert beides. Geht auch andersrum. Ihr könnt auch Techno und Weihnachten hören und Weihnachtslieder an Silvester, je nachdem wie ihr drauf seid. Und ich bedanke mich bei euch fürs Zuhören, fürs Dabeisein. Der Jazzmuschnack geht 2023 natürlich auch weiter. Und ich wünsche euch alles Gute, bleibt gesund, habt schöne Feiertage, eine harmonische Zeit, hoffentlich mit der Familie oder wie auch immer ihr die Feiertage verbringt. Danke, Daniel Klingel, danke Roman Sladek. Schön, dass ihr da wart. Und bis bald. Tschüss.